Wie analysiert / beschreibt man ein Kunstwerk?
- Material
- Format
- Duktus / Farbauftrag
- Farbe / Kontraste
- inhaltliche Beschreibung
- Komposition / Anordnung
- symmetrisch / assymetrisch
- Reihung
- Perspektive
- Dreiecks- / Vierecks- / Kreiskomposition
- Raum
- hell / dunkel
- Jahr und Künstler
- nüchterne Beschreibung der Bildelemente
Renaissance 1400–1560
1400–1500 Frührenaissance
1500–1520 Hochrenaissance
1520–1560 Spätrenaissance oder Manierismus
- erste moderne Stilepoche
- Zeit des Umbruchs, christliche Kunst wurde revolutioniert
- Abgrenzung vom barbarischen Mittelalter
- diesseitige Orientierung (trotzdem christlich)
- das eigene Umfeld wurde thematisiert
- Entdeckung der menschlichen Persönlichkeit
- Wissenschaft, Studium der menschlichen Anatomie und der Natur
- Aufwertung des Individuums
- Künstler waren nicht mehr nur Handwerker sondern wurden als schöpferische Genies angesehen
Bildthemen der Renaissance
- Natur und Landschaft
- Antike Mythen
- Porträt (der Mensch als Individuum)
- der menschliche Akt
- Interesse an Details und Stofflichkeit
- Licht und Schatten (Lichtquellen wurden eingesetzt)
- Perspektive
- Entwicklung der Zentralperspektive
- Hell-Dunkel-Modellierung, weiche Übergänge (wurde möglich durch die Erfindung der Ölmalerei)
- Komposition basiert auf Grundformen (Dreieck, Kreis, Viereck), Dreieckskomposition
- Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit
Kunst des Mittelalters
- Überzeichnung, Verzerrung, Stilisierung
- Menschen wurden besonders stark überzeichnet, da das Abbilden von Menschen als Gotteslästerung empfunden wurde
- Bedeutungsperspektive wurde eingesetzt
Leonardo da Vinci, 15. April 1452* bis 2. Mai 1519†
Stammt aus Anchiano bei Vinci.
War Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph.
Mona Lisa ist sein bekanntestes Werk.
Erschein 1472 zum ersten Mal in der Malergilde.
War Hofmaler beim französischen König.
Hat seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift verfasst, damit sie nicht entschlüsselt werden konnten.
Die Verkündung Marias, ca. 1473-75
Öl auf Holz, 100 x 200 cm
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Im Vordergrund befinden sich Erzengel Gabriel und Maria, im Hintergrund sieht man eine renaissancetypische Landschaft. Maria sitzt an ein einem kleinen Tisch vor einer antiken Villa, die rechte Hand auf die Bibel gelegt, die linke Hand hochgehoben. Gabriel kniet unterwürfig vor Maria, mit einer weißen Lilie in der Hand (typisches Symbol für dieses Szenario).
Gabriel verkündet Maria, dass sie auserkoren wurde das Jesus-Kind zu empfangen.
Der Landschaft im Hintergrund, wurde, wie in der Renaissance üblich, große Bedeutung beigemessen.
Das Bild ist sehr hell und farbenfroh. Keine Dreieckskomposition, eher Viereck. Die Anordnung der Szene entspricht einer Reihung.
Maria verfügt über die typischen Madonnensymbole: Blauer Mantel, rotes Kleid und Heiligenschein.
Im Faltenwurf der Gewänder kann man das für die Renaissance typische Spiel mit Licht und Schatten und die Ausformulierung der Stofflichkeit erkennen.
Das Abendmahl, ca. 1495-97
Öl und Tempera Mix auf Stein.
War ein Auftragswerk für den Speisesaal der Dominikanerkirche in Mailand.
Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Hell und Farbenfroh. Viereckskomposition, Reihung.
Das Bild zeigt Jesus und die zwölf Apostel kurz nachdem er erklärt hatte von einem von ihnen verraten worden zu sein.
Sehr starke und irrationale Perspektive, Bildaufbau wirkt überhöht.
Es werden immer 3 Personen im Bild gruppiert. Hinweis auf die Dreifaltigkeit.
In den Fenstern im Hintergrund ist eine Landschaft zu erkennen.
Mona Lisa, 1503–1505
Öl auf Holz, 77 x 63 cm.
Das Bild hing in Napoleons Schlafzimmer.
Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil. Keine harten Kanten, Sfumato (Weichzeichnen). Durch übereinander aufgetragene Lasuren bekommt das Bild einen Glanz.
Eher dunkel, Gesicht und Landschaft aber sehr stark ausgeleuchtet. Sehr kontrastreiches Licht- und Schattenspiel, wodurch Dreidimensionalität entsteht.
Porträt einer Florentiner Bürgerin auf einem Balkon und einer fremdartigen Landschaft (Felsformationen und Wasserspiele) im Hintergrund.
Besondere Merkmale sind der direkte Blick, das Lächeln und die offenen Haare der Mona Lisa. Außerdem war der Sitzwinkel (3/4 Körperdrehung mit zugewandtem Gesicht etwas völlig Neuartiges).
In der Landschaft erkennt man eine starke Perspektive was dem Hintergrund viel Tiefe verleiht.
Raffael Santi, 1483*–1520†
Stammt aus Urbino.
Italienischer Maler und Baumeister der Hochrenaissance.
Begann seine Karriere in Florenz. Arbeitete im Vatikan für den Pabst.
Versuchte in seinen Bildern immer den Edelmut und den Glanz hervorzuheben.
Heilige Familie, 1505–08
Öl auf Holz, 131 x 107 cm.
Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Helles Bild mit starken Farben und einer stabilen Dreieckskomposition.
Das Bild zeigt Josef als alten Mann, die junge Maria mit dem Jesuskind und ihre Mutter (die heilige Anna) mit Johannes dem Täufer. Familie war ein neues Thema in der Renaissance. Die dargestellten Personen nehmen Bezug aufeinander, der Betrachter wird ausgeschlossen. Im Hintergrund ist eine italienische Landschaft zu sehen.
Indem Raffael Maria als sich kümmernde Mutter in einer ausgelassenen Familienszene darstellt und nicht als eine kirchliche Ikone, schafft er einen völlig neuen Madonna-Typ. Ihre typischen Madonnensymbole (Blauer Mantel, rotes Kleid, Heiligenschein und Jesuskind) hat sie aber trotzdem behalten. Es war Raffael wichtig Eleganz und Menschlichkeit darzustellen (harmonische, elegante Gesten, spielende Kinder).
Typische Renaissance-Merkmale sind die perspektivischen Heiligenscheine, die italienische Landschaft im Hintergrund, die durch ihre perspektivische Verjüngung eine starke räumliche Tiefe erzeugt, sowie das Licht und Schattenspiel, dass man insbesondere in den Gewändern der Personen beobachten kann.
Thronende Madonna mit Kind und Heiligen, ca. 1505
Tempera auf Holz, 166,6 x 166,9 cm.
Altarbild.
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Klare kontrastreiche Farben und viel Gold.
Maria sitzt mit dem Jesuskind auf einem Thron unter einem Baldachin, am Thron steht Johannes der Täufer, darum sind vier Heilige versammelt. Im Hintergrund erkennt man etwas Landschaft.
Das Bild wirkt statischer und repräsentativer als "Die Heilige Familie". Auch die perspektivischen Heiligenscheine sind stärker hervorgehoben. Es wurde scheinbar extra für die Kirche konzipiert.
Maria wird durch den Thron und das Baldachin stark betont und wirkt daher wie eine Ikone.
Die Komposition ist sehr symmetrisch. Die männlichen Heiligen erscheinen wichtiger zu sein, da sie vorne stehen und stärker ausgearbeitet sind. Die weiblichen Figuren sind idealisiert und haben wenig Individualität.
Die Schule von Athen, 1510–11
Fresco im Stanza della Segnatura des Vatikans, 770cm Breite.
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Hell und farbenfroh.
Zeigt einen Saal einer antiken griechischen Schule, mit vielen Gelehrten aus der Antike (z.B. Pythagoras, Sokrates und Platon), die sich in Bewegung befinden. Die Menschen nehmen ca. 1/3 des Bildes ein und bilden einen Kontrast zu der statischen Architektur, die den restlichen Platz füllt. Durch Raffaels genaues Studium der Bewegungen wirken die Figuren sehr lebendig.
Die Architektur hat kein reales Vorbild, da keine antiken Gebäude erhalten waren.
Raffael arbeite mehrere Jahre fast alleine an dem Werk. Er hatte aber einen theologischen Berater, der die wissenschaftlichen Ideen, die im Bild thematisiert werden mit dem Vatikan in Einklang brachte.
Man erkennt wieder ein Spiel von Licht und Schatten und die Stofflichkeit der Gewänder und des Marmors.
Barock 1600–1700
Zeit der Gegenreformation. Kunst sollte wieder Begeisterung für die Kirche schaffen und Monarchien stärken.
Bildthemen des Barock
- gleiche Themen, wie Renaissance (Kirche, Mythologie etc.), aber andere Ausdrucksmittel
- hohe Theatralik in der Inszenierung
- kräftige leuchtende Farben
- starke Hell- / Dunkel-Kontraste (Licht und Schatten)
- lebendige Komposition
- überwiegend geschwungene Formen
- wehende Tücher und dramatische Himmel sind häufige Bildelemente
- stabile Anordnungen (z.B. Dreieckskomposition) werden durchbrochen
- Konturen werden verwischt
- die Kunst will den Menschen mit allen Sinnen ansprechen
- in der Archtektur setzen sich Schmuckelemente über architektonische Begrenzungen hinweg
- starke Perspektivische Verkürzungen
nördlicher und südlicher Barock
Der südliche Barock ist stark von der katholischen Kirche geprägt, weil sie eher in katholischen Ländern mit vielen kirchlichen Auftraggebern stattfand. Er ist sehr großformatig mit expressivem Pinselstrich.
Der nördliche Barock ist eher kleinformatig, da er mehr durch private Auftraggeber bestimmt wurde. Themen sind weniger kirchlich.
Artemisia Gentileschi, 1593–1653
Bedeutendste Malerin des Barock. Stammt aus Rom. Studierte an der Accademia dell’Arte del Disegno in Florenz.
Sie wurde von einem Freund ihres Vater vergewaltigt, was ihre Kunst sehr beeinflusste.
Judith enthauptet Holofernes, vor 1630
100 x 160 cm.
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Das Bild zeigt Judith und Ihre Magd, wie sie dabei sind Holofernes zu köpfen.
Grundlage des Bildes ist die Erzählung von Holofernes, ein babylonischer General, der die Stadt Betulia belagert. Judith macht sich auf ihre Stadt von der Belagerung zu befreien, indem sie sich mit Hilfe ihrer Schönheit Zugang zu Holofernes Zelt verschafft. Sie macht ihn mit Wein betrunken und köpft ihn anschließend.
Judith wird als starke wohlüberlegte Frau dargestellt, nicht als lustgetriebene Mörderin.
Die Szene ist dramatisch ausgeleuchtet und die Stofflichkeit der Tücher ist stark ausgearbeitet. Dies ist typisch für den Barock.
Selbstporträt als Allegorie der Malerei, 1630er
96 x 73 cm.
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Wenig Farben. Viele Rottöne.
Starker Hell-Dunkel-Kontrast. Gesicht und Oberkörper sind stark ausgeleuchtet.
Artemisia Gentileschi zeigt sich nicht als feine Dame, sondern mitten im Arbeitsprozess. Sie ist in einer für den Barock typischen lebendigen Pose dargestellt. In den Händen hält sie Palette und Pinsel. Um den Hals trägt sie einen Totenkopf-Anhänger der als Symbol für die Kunst und die Malerei galt. Durch diesen Anhänger hebt Artemisia das Stigma auf sich als frau in Arbeitskleidung zu präsentieren, was damals verpönt war. Durch ihn wird sie selbst zur Allegorie der Malerei.
Lukretia, ca. 1621
Öl, 100 x 77 cm.
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Wenig Farben. Viele Braun- und Rottöne.
Starker Hell-Dunkel-Kontrast. Ihr Körper ist stark ausgeleuchtet.
Das Bild zeigt eine Frau mit nacktem Oberkörper und einem Dolch in der Hand. Lukretia wurde vom Herrscher Roms Tarcius Sixtus vergewaltigt und vertraut sich danach ihrem Gatten an. Anschließend bringt sie sich um. Das Bild zeigt den Moment kurz vor dem Selbstmord.
Lukretias dramatische Pose und die fließenden Stoffe ihres Gewandes, sowie das Licht-Schatten-Spiel, dass man in seinem Faltenwurf erkennen kann sind typische Merkmale des Barock.
Susanna und die Alten, ca. 1610
170 x 121 cm.
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Helles Bild mit starken Farben.
Das Bild zeigt eine nackte Frau auf einer steinernen antiken Bank, die sich von zwei alten Männern abwendet.
Susanna wird von den zwei Männern bedrängt. Durch ihre Nacktheit wirkt sie angreifbar. Die Männer drohen von oben und sie hat keine Fluchtmöglichkeit.
Susannas Ehre steht auf dem Spiel, da sie sich aber nicht den Bedrängungen ergibt, triumphiert sie später.
Susannas theatralische Pose und die fließenden Gewänder sind Markenzeichen der barocken Kunst.
Rokoko, 1720–1775
Das Wort Rokoko stammt von Rocaille, einer schneckenförmigen Muschel ab.
Man wendet sich ab, von den theatralischen Inszenierungen des Barock, hin zu einem feinsinnigen, vornehmen Lebensgefühl.
Bildthemen des Rokoko
- pastellige Farben
- viel Bewegung
- reiche Verzierungen (z.B. bei Möbeln, Porzellan oder Besteck)
- Eleganz
- Leichtigkeit
- spielerisch
- Intimität
- Oberflächlichkeit
- neues Thema "galante féte" (elegantes Fest)
- weniger klare, lockere Pinselstriche
- keine harten Konturen
- Farbe wird verwischt
- Skizzenhaftigkeit
- malerischer Pinselstrich
Klassizismus, 1760–1800
Der Begriff Klassizismus kam erst im 19. Jhd. auf.
Künstler lösen sich von der Aristokratie und der Hofmalerei und werden unabhängig.
In dieser Zeit werden Pompeji (1748) und Herculaneum (1738) ausgegraben. Daraus erwächst ein starkes Interesse an historischen Themen und der Antike.
Mit der französischen Revolution werden erste Schritte hin zur Demokratie gemacht, woraus sich neue politische Themen in der Kunst ergeben.
Man möchte sich vom oberflächlichen Rokoko lösen und stattdessen moralische Werte vermitteln.
Rom wird zum internationalen Künstlertreffpunkt.
Bildthemen des Klassizismus
- man versuchte Motive aus der Antike nachzuahmen, aber mit neuen technischen Möglichkeiten und politischen Hintergründen
- wichtige Themen: Vaterland, Opfertod
- Figuren befinden sich meist auf einer Ebene
Jaques Louis David, 1748–1825
Er war der bekannteste Künstler des Klassizismus.
Zu Anfang war er starker Unterstützer der revolution, später hat er auch für Napoleon gemalt.
Der Schwur der Horatier, 1784
330 x 425 cm, Öl auf Leinwand.
Auftragsarbeit für die Krone
Präziser Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Kräftige Farben, deutliche Ausleuchtung der Szene.
Das Bild zeigt die 3 Horatier Brüder, wie sie ihrem Vater schwören ihre Stadt Rom zu verteidigen. Sie schwören ihr Leben für das Vaterland zu geben. Im Hintergrund sieht man Frauen, die um den Abschied der Brüder trauern. Eindeutige Rollenverteilung: Männer – aktiv, Frauen – passiv.
Klassizistische Merkmale: Die Szene ist in der Antike angesiedelt. Alle Figuren befinden sich auf einer Ebene. Zentrale Themen sind die Liebe zum Vaterland, Heldentum und die Bereitschaft für ein größeres Ziel den Opfertod zu sterben.
Angelica Kauffmann, 1741–1809
Im Klassizismus wurde Frauen stark von den Akademien unterstützt. Sie war Mitbegründerin der Royal Academy of London.
Sie hat das Genre der Historienmalerei für sich entdeckt, was damals untypisch für Frauen war.
Cornelia die Mutter der Gracchi Brüder, 1785
Öl auf Leinwand.
Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Kräftige Farben, gut ausgeleuchtet.
Cornelia war in Rom als äußerst ehrbare Frau bekannt.
Das Bild zeigt, wie eine Händlerin ihr Schmuck verkaufen möchte. Sie lehnt jedoch ab, um das Geld in die Ausbildung ihrer Söhne zu investieren.
Die Frau wird in ihrer Rolle als Mutter in den Mittelpunkt gestellt.
Klassizistische Merkmale: Antike Szene, alle Figuren befinden sich auf einer Ebene, Thema: Ehrbarkeit.
Romantik, 1800–1850
Künstler werden zunehmend freischaffend. Keine Auftraggeber mehr im Hintergrund, die eine Stilrichtung vorgaben.
Kunstarten vereinzeln sich. Es gibt kein Gesamtkunstwerk mehr. Daher sehr uneinheitliche Stilepoche.
Bildthemen der Romantik
- sehr unterschiedliche visuelle Sprache
- Emotion, wahre Gefühle
- Entdeckung des Individuums
- Abwendung vom Rationalen
- Spiritualität
- Erhabenheit
- Natur und Naturgewalt
- Sehnsucht
- Mysterium
- Geheimnis
- das innere Selbst
- Drama
- Seele
- Melancholie
- Einsamkeit
- Träume
Caspar David Friedrich, 1774–1840
Kommt aus der klassizistischen Malerei.
Hat in Greifswald und Kopenhagen Malerei studiert.
Bei seinen Bildern liegt der Vordergrund meistens im Schatten und der Hintergrund ist erleuchtet. Es gibt keinen Mittelgrund. Seine Bilder entstehen meist aus dem Gedächtnis.
Wanderer über dem Nebelmeer, 1818
95 x 75 cm, Öl auf Leinwand
Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Hintergrund ist überwiegend hell. Vordergrund ist dunkel. Blautöne dominieren.
Selbstporträt Caspar David Friedrichs auf einem Felsen. Man sieht ihn von der Rückseite, wie er über eine mysteriöse, nebelige Landschaft blickt. Das Bild strahlt die typischen Themen der Romantik aus: Sehnsucht, Einsamkeit, Melancholie. Die vom Nebel umhüllte Gebirgslandschaft wirk ehrfurchteinflößend und geheimnisvoll.
Die Landschaftist nicht real.
Der Betrachter schlüpft in die abgebildete Person. Man steht über den Dingen.
Die Komposition ist eine stabile und ausgewogene Dreieckskomposition.
Mondaufgang über dem Meer, 1823
Feiner, aber weicher Pinselstrich, zeichnerischer Stil.
Dunkles Bild. Ausgewogene, harmonische Kompoition.
Das Bild zeigt eine steinige Küste beim Mondaufgang. In der Ferne sieht man ein paar Boote. Auf einem Felsen sitzen zwei Frauen und ein Mann. Sie schauen sehnsüchtig auf das Meer hinaus (Fernweh). Die Stimmung des Bildes ist friedlich, aber ehrfürchtig. Die dunkle Lichtstimmung verleiht dem Bild etwas geheimnisvolles.
Die Menschen greifen nicht ein in die Natur, Enheit mit der Natur.
Realismus, 1850–1870
Man will nicht mehr historisieren und idealisieren.
Es werden Motive in der realen Welt gesucht. Der Alltag wird zum neuen Thema.
Es geht aber nicht darum etwas realistisch abzumalen, sondern dass es realistisch aussieht.
Bildthemen des Realismus
- Alltag
- die neue Sachlichkeit
- ungeschönte Realität (unattraktive Menschen oder Landschaft)
- schmieriger Malstil war möglich
- Auf- oder Abtragen von Farbe mit dem Messer
Moderne, 1850–1945
Man versucht durch die Gestaltung von Alltagsgegenständen, das alltägliche Leben der Menschen zu verändern.
1850/51 wird die Dampfmaschine von James Watt erfunden und Massenherstellung dadurch möglich. Der Beruf "Designer" entsteht.
Durch die Erfindung vieler neuer Techniken wird die Wahrnehmung der Welt komplett verändert. Bsp.: Im 19.Jhd wird ein flächendeckendes Eisenbahnnetz gebaut.
Fotografie wird erfunden. Dadurch verändert sich die Aufgabe der Kunst. Man löst sich vom genauen Abbilden der Kunst und entwickelt surrealere, abstraktere und karikaturistischere Malstile.
Fotografie wurde auch als Hilfsmittel zur Malerei genutzt. Künstler mussten nicht immer vor Ort sein.
Es entstehen neue Blickwinkel, da man von Positionen fotografieren kann, von denen man nicht malen kann. Bsp.: In der Luft, im Heißluftballon.