30.1.2011, Englisch Zusammenfassung, Rupprecht

dedication – Hingabe

to be open to criticism – offen für Kritik sein

ostentatiously – demonstrativ, offensichtlich

mutual – gegenseitig

tangible – greifbar

intangible – nicht greifbar

objective – Ziel (-vorgabe)

sales lead – Vertriebskanal

to cast one's net – sein Netz auswerfen

to reinforce – verstärken

dairy – Milchprodukte

to draw attention – Aufmerksamkeit erregen

to demean, to devalue – etw. herabwürdigen

survey – Umfrage

to make a name for yourself – sich einen Namen machen

to tie in – verknüpft sein mit

to depict – darstellen

to poke sb. – jmd. pieken

to poke fun of sb. – jmd. veräppeln

pun – Wortspiel

to emphsize – etw. betonen

emphasis – die Betonung

initial meeting – erstes Meeting

full brief – briefing

proposal – Angebot

reputable – angesehen

boilerplate – Abbinder, kurze Firmenvorstellung

striking – umwerfend

to little – zu wenig

concise – auf den Punkt

penance – Strafe

inertia – Trägheit, Ermüdung

to attract – jmd. locken

ambiguous – zweideutig, mehrdeutig

distinctive – eindeutig

to elude sth – etw. ausweichen, sich entziehen, etw. umgehen

thouroughly – gründlich

advantage – Vorteil

advantagous – vorteilhaft

to advance – voranschreiten

to enable so – jemd befähigen

to review sth – etw überprüfen

(in)convenient – (un)bequem

(un)available – (nicht) erhältlich

(im)polite – (un)höflich

corny – kitschig

circumcision – Beschneidung

expenditure – Ausgaben

distribution – Vertrieb

Gerund Infinitive
to suggest to decide
to begin to promise
to succeed to attempt
to start to start
to enjoy to agree
to try to try
  to intend

Passive voice

present:

Advertisements are designed.

An advertisement is designed.

past:

Advertisements were written.

An advertisement was written.

present perfect:

Advertisments have been written.

An advertisement has been written.

The four P's (marketing mix)

  • product
  • price
  • place
  • promotion

 

S.W.O.T.

  • strengths
  • weaknesses
  • oportunities
  • threats

10.11.2011, Zusammenfassung Textanalyse, Ferentschik

Pataphysik – Lehre von den imaginären Lösungen

pataphysisches Assoziationsprinzip – alle vorstellbaren und unvorstellbaren Möglichkeiten und Unmöglichkeiten anwenden

Pangramm – Satz in dem alle Buchstaben des Alphabets vorkommen

Heteropangramm – Satz, in dem alle Buchstaben des Alphabets nur einmal vorkommen

Uchronie – die Zeit, die es nicht gibt (Was wäre wenn?)

Utopie – der ideale Ort

Alliteration, Tautologie, Tautogramm – Aneinanderreihung von Wörtern mit gleichen Anfangsbuchstaben

Schneeball-Prinzip – immer eine Silbe bzw. einen Buchstaben mehr

Lipogramm – Text ohne einen bestimmten Buchstaben

Asonanz – Gleichklang (ähnliche Silben), z.B. Fischers Fritz fischt frische Fische

Schüttelreim – Reime werden aus den gleichen Wörtern mit vertauschten Silben gebildet, z.B. warum trinken Warzenschweine, immer nur von schwarzen Weine.

Palindrom, Geisterfahrersatz – Wörter bzw. Sätze, die man vorwärts und rückwärts lesen kann.

Oxymoron, Paradoxon – Widerspruch

Pleonasmus – Sinnverdopplung, z.B. das grüne Gras

Kaligramm – Bildgedicht

Anagramm – verdrehen von Buchstaben

Disonanz – Wörter in einem Satz, deren Klang völlig unterschiedlich ist

Metapher – bildhafte Ausdrucksweise

Permutation – umstellen oder vermischen von Textteilen

 

 

3.1.2011, Zusammenfassung: BWL, Hase

Wirtschaften ist

  • Funktion der Daseinssicherung und -steigerung
  • erzielen höchstmglicher Bedürfnisbefriedigung mit knappen Gütern (ökonomisches Prinzip, Wirtschaftlichkeitsprinzip)

Grundsätze des Wirtschaftens

  1. es müssen Mängel/Bedürfnisse existieren
  2. das Wirtschaften muss nicht zwangsläufig zum Erfolg führen
  3. Wirtschaften ist immer mit knappen Gütern (nicht atmen oder sonnen) verbunden
  4. Mitteleinsatz wird geplant, unter Berücksichtigung von Entscheidungskonsequenzen

Wirtschaft ist

  • das wirtschaftliche Handeln, des Menschen
  • die vorgegebene Ausstattung, die dem Wirtschaftenden zur Verfügung steht und von ihm beeinflusst wird

Prinzipien der Wirtschaft

Das ökonomische Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip)

  • Maximum Prinzip: versuche mit vorgegebenem Einsatz höchstmöglichen Nutzen zu erzielen
  • Minimum Prinzip: versuche einen vorgegebenen Nutzen mit geringstmöglichem Einsatz zu erzielen
  • Generelles Extremum Prinzip: versuche ein bestmögliches Verhältnis von Einsatz und Nutzen zu erzielen

Das ökologische Prinzip

Ökonomie (Kosten und Gewinnorientierung) ← Staat/Gesetzgeber (Regelungen zur Umwelt und des Verhaltens) → Ökologie (Umweltorientierun)

Das Versorgungsprinzip

  • Vorsorge, Fürsorge und soziale Sicherung stehen im Vordergrund
  • Kostendeckung wird angestrebt oder zumindest Verlustminimierung
  • staatliche Zuschüsse sind systemimmanent

Wirtschaftspolitisches Prinzip

  • Erwerbswirtschaftliches Prinzip (Gewinnmaximierung): es wird versucht einen möglichst großen oder zumindest angemessenen Gewinn zu erzielen, um damit Lohn bzw. Unterhalt auszahlen zu können, Arbeitsplätze zu sichern und Investitionen tätigen zu können
  • Gemeinwirtschaftliches Prinzip: nicht der Gewinn, sondern die Versorgung der Allgemeinheit mit wichtigen Gütern und Dienstleistungen steht im Vordergrund (s. Versorgungsprinzip)
  • Kostendeckungsprinzip: Kosten müssen durch Erlöse gedeckt werden, öffentliche Betriebe (z.B. Stadtwerke, Abwasserverbände, kommunale Verkehrsbetriebe) und soziale Einrichtungen (z.B. Kindergärten, Krankenhäuser, stattliche Altenheime) handeln nach diesem Prinzip

Wirtschaftsprozess ist

  • die Gesamtheit aller ökonomischen Vorgänge

(Menschliche) Bedürfnisse sind

  • unbegrenzt
  • das Bestreben eine Mangelerscheinung zu beseitigen
  • abhängig von Umwelt, Gesellschaft, Kulturstufe, Lebensstandard und technischer Entwicklung

Bedürfnis-Kategorien

  1. Existenzbedürfnisse: elementare Lebensbedürfnisse, müssen unbedingt befriedigt werden (z.B. Nahrung, Kleidung, Wohnung)
  2. Kulturbedürfnisse: geistige Bedürfnisse, nicht lebensnotwendig, aber oft unentbehrlich (z.B. Schulbildung, Unterhaltung, Kunstgenuß)
  3. Luxusbedürfnisse: entwickeln sich oft aus gesellschaftlichen Zwängen und Geltungsdrang (z.B. Schmuck, Segeljacht, Swimmingpool)
  4. Individualbedürfnisse: werden vom Einzelnen individuell empfunden (z.B. Nahrungsvorlieben)
  5. Sozialbedürfnisse (Kollektivbedürfnisse): werden ebenfalls individuell empfunden, können aber nur von der Gesellschaft befriedigt werden (z.B. Krankenversorgung, Umwelschutz)

Bedürfnisklassifikation

Bedürfnisse lassen sich durch unterschiedliche Kriterien klassifizieren:

  • Zahl der Träger: Individualbedürfnis (z.B. Durst), Gruppen-Bedürfnis (z.B.Sport im Verein), Gesamtbedürfnis (z.B. Sicherheit spüren)
  • Lebensnotwendigkeit: Grundbedürfnisse (z.B. Hunger, Durst), Kultur-/Sozialbedürfnisse (z.B. Geselligkeit), Luxusbedürfnisse (z.B. Auffallen)
  • Zeitbezug: permanente Bedürfnisse (z.B. Essen, Trinken, Schlafen), periodische Bedürfnisse (z.B. warme Kleidung), aperiodische Bedürfnisse (z.B. Zahnschmerzen bekämpfen)
  • Art der Befriedigungsmittel: materielle Bedürfnisse (z.B. Kleidung, Wohnung), immaterielle Bedürfnisse (z.B. Freunde, Partnerschaft)
  • Bewusstheit:bewusste Bedürfnisse (z.B. "Ich will Eis"), latente Bedürfnisse (z.B. Bewegungsfreiheit)
  • Ursprünge: ursprüngliche Bedürfnisse (z.B. Wärme, Licht, Gemüse), geschaffene Bedürfnisse (z.B. Notebooks, Kaffeefilter)

Bedarf ist

  • Bedürfnisse, die durch Kaufkraft befriedigt werden können
  • Nachfrage, sobald er am Markt wirksam wird

Güter sind

  • Objekte, die menschliche Bedürfnisse befriedigen können
  • bzw. Objekte, die Mangelerscheinungen beseitigen oder zumindest verbessern können

Güterklassifikation

  • Wirtschaftliche Güter (z.B. Lebensmittel, Maschinen): gibt es nur in begrenzter Menge (sind knapp), haben einen Preis, sind Gegenstand wirtschaftlichen Handelns
  • Freie Güter (Luft, Sonnenlicht, Meerwasser): sind nahezu unbegrenzt vorhanden, kosten nichts, spielen wirtschaftlich keine Rolle

Weitere Klassifikationskriterien

  • Mobilität: Mobilien (z.B. Büromöbel), Immobilien (z.B. Grundstücke)
  • Nutzungsart: Gebrauchsgüter (mehrmalige Nutzung, z.B. Maschinen), Verbrauchsgüter (einmalige Nutzung, z.B. Rohstoffe)
  • Einsatzart: Konsumgüter (z.B. Fahrrad), Investitionsgüter (z.B. Gabelstapler)
  • Lebensnotwendigkeit: Lebensnotwendige Güter (z.B. Brot), Kulturgüter (z.B. Zeitungen), Luxusgüter (z.B. Brillianten)
  • Rechtssysteme: originäre Güter (z.B. Wohnung), Rechte an Gütern (z.B. Miete einer Wohnung)
  • Wirtschaftssysteme: Realgüter (Erzeugnisse), Nominalgüter (Geld)

Knappe Güter

  • Güter, die nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen
  • Knappheit kann durch geologische Vorkommen, regionale Knappheit, soziale Verknappung, Nahrungsmittelenge, saisonale, klimatische, geografische Vorraussetzungen, Spekulation entstehen

Substitutionsgüter

  • Güter, die durch andere ersetzt werden können, ohne wesentliche Einschränkung der Bedürfnisbefriedigung (z.B. Butter – Margarine, Blech – Kunststoff, Automarke A – Automarke B)

Komplementärgüter

  • Güter, die nur gemeinsam, mit anderen Gütern genutzt werden können (Auto – Benzin, DVD-Player – DVDs)
  • die Nachfrage nach einem bestimmten Gut beeinflusst direkt die Nachfrage nach dem Komplementärgut.

Rechtsgüter

  • Urheberrechte, Nutzungsrechte, Verfügungsrechte etc.

Dienstleistungen sind auch Güter

  • persönlicher Art (z.B. Krankenpflege, Unterricht, Rechtsberatung)
  • sachlicher Art (z.B. Kreditgewährung, Vermietung und Verpachtung von Gegenständen)

Preis

Gibt den Wert von Gütern an, so dass ein Ausgleich zwischen Anbieter und Nachfrager stattfinden kann.

Funktionen des Preises

  • Ausgleichsfunktion: Koordination von Angebot und Nachfrage, Gleichgewichtspreis räumt den Markt
  • Lenkungsfunktion: Lenkung der Produktion und des Konsums, Investitionen werden in lukrative Branchen gelenkt
  • Signalfunktion: signalisiert Knappheit, je knapper ein Gut, desto teurer ist es
  • Erziehungsfunktion: rationaler Umgang mit Produktionsfaktoren, um Kosten zu senken

Staatliche Eingriffe bei Preisen

  • Mindestpreis: damit der Preis nicht unter ein bestimmtes Niveau fällt
  • Höchstpreis: damit der Preis ein bestimmtes Niveau nicht übersteigt
  • Margenpreis: Ergebnis einer staatlichen Höchst- und Mindestpreisfeststetzung
  • Steuern und Subventionen: staatliche Lenkung von Preisen zur Beeinflussung von Angebot und Nachfrage

Markt

Marktstruktur

qualtative Beschaffenheit

  • Nichtvorhandensein von sachlicher, persönlicher, räumlicher und zeitlicher Präferenz
  • Vollständige Markttransparenz (Kenntnis aller Verkaufsbedingungen, Produkteigenschaften etc.)

quantitative Besetzung der Marktseiten

  • Angebotsmonopol: 1 Anbieter + viele Nachfrager
  • Beschränktes Angebotsmonopol: 1 Anbieter + wenige Nachfrager
  • Zweiseitiges Monopol: 1 Anbieter + 1 Nachfrager
  • Beschränktes Nachfragemonopol: wenige Anbieter + 1 Nachfrager
  • Nachfragemonopol: viele Anbieter + 1 Nachfrager
  • Angebotsoligopol: wenige Anbieter + viele Nachfrager
  • Zweiseitiges Oligopol: wenige Anbieter + wenige Nachfrager
  • Nachfragesoligopol: viele Anbieter + wenige Nachfrager
  • Polypol: viele Anbieter + viele Nachfrager

Ziele

Zukünftig angestrebte Zustände oder Entwicklungsprozesse.

Unternehmensziele

Einflussfaktoren:

  • Ansprüche der Unternehmensleitung
  • Unternehmensphilosophie
  • Ansprüche der Anteilseigner
  • Ansprüche der Arbeitnehmer
  • Ansprüche der Marktpartner
  • Ansprüche sozialer Gruppen
  • Existenzbedingungen der Institution

Minimalziele (Unternehmenserhaltung)

  • Erhaltung der Selbstständigkeit
  • Erhaltung der Liquidität
  • Erhaltung des Kapitals und der Substanz

Zielinhalte

  • Formalziele: Umsatz, Gewinn etc.
  • Sachziele: Produktion bestimmter Güter
  • Sozialziele: Motivation, Zufriedenheit, Arbeitsplatzgestaltung
  • Umweltziele: Nutzung, Schonung, Nachhaltigkeit
  • Quantifizierte Ziele: Absolute Zahlen (Umsatz, Gewinn), relative Zahlen (Rentabilität)
  • Nichtquantifizierte Ziele: Image, Sicherheit

Allgemeine Zielbeziehungen

  • Komplementäre Ziele: Erreichung von Ziel 1 begünstigt die Erreichung von Ziel 2
  • Indifferente Ziele: Erreichung von Ziel 1 hat keinen Einfluss auf Ziel 2
  • Konkurrierende Ziele: Erreichung von Ziel 1 benachteiligt die Erreichung von Ziel 2
  • Antinomistische Ziele: Erreichung von Ziel 1 schließt Erreichung von Ziel 2 aus

Gewinn

  • pagatorischer Gewinnbegriff: Gewinn = Ertrag / Aufwand
  • kalkulatorischer Gewinnbegriff: Gewinn = Leistungen / Kosten

Umsatz

  • mengenmäßiger Umsatzbegriff: Menge der abgesetzten Güter bzw. Leistungen
  • wertmäßiger Umsatzbegriff: mit Preisen bewertete Menge an abgesetzten Gütern bzw. Leistungen

Rentabilität

  • Rentabilität = Erfolgsgröße / Einsatzgröße
  • Kapitalrentabilität = Gewinn / eingesetztes Kapital

Produktionsfaktoren

Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren

  • Arbeit
  • Boden
  • Kapital
  • (Wissen)

Betriebliche Produktionsfaktoren

  • Elementare Funktionen: Ausführende Arbeit, Werkstoffe, Betriebsmittel
  • Dispositive Faktoren: Planung, Organisation, Leitung, Überwachung

Betriebswirtschaftliche Faktoren

Elementare Faktoren

  • Arbeitsleistung: ausführende (körperliche) Arbeit, geistige Arbeit (planen, anordnen, organisieren, kontrollieren) fällt unter die Derivativfaktoren
  • Betriebsmittel: Anlagen und Einrichtungen, die zur Leistungserstellung benötigt werden
  • Betriebsstoffe: Hauptbestandteile des Fertigprodukts
  • Rechte: behördliche Betriebsgenehmigungen (Konzessionen), Schutz- und Nutzungsrechte (Patente, Lizenzen, Gebrauchsmuster, Warenzeichen)

Derivativfaktoren (Managementfaktoren)

  • Planung: Entwurf einerOrdnung, die verwirklicht werden soll
  • Organisation: als Prozess oder Resultat
  • Leitung: Gewährleistung des störungsfreien Betriebes mittels Anweisungen
  • Kontrolle: Überwachung von Regeln, Prozessen und Ergebnissen

Produktivität

Ergiebigkeit der betrieblichen Faktorkombinationen.

Wirtschaftlichkeit

  • Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand
  • Wirtschaftlichkeit = Leistung / Kosten

Arbeitsteilung

Aufgliederung von Gesamtprozessen mit einhergehender Speziaisierung

Berufliche Arbeitsteilung

  • Berufsbildung: Spezielle Berufe entwickelten sich nach den Neigungen und Fähigkeiten der Menschen. So mussten z.B. Landwirte und Handwerker ihre Werkzeuge nicht mehr selbst herstellen, sondern kauften sie beim Schmied.
  • Berufsspaltung: Spezialisierung innerhalb von Berufen, z.B. Damen- bzw. Herrenschneider

Technische Arbeitsteilung

Zerlegung der Arbeit innerhalb von Unternehmen

  • Produktionsteilung: Unternehmen produzieren Güter nicht mehr alleine, sondern greifen auf Halb- bzw. Fertigerzeugnisse von Zulifererfirmen zurück
  • Arbeitszerlegung: Innerbetriebliche Arbeitsteilung, Aufteilung der Arbeitsvorgänge in einzelne Tilschritte

Volkswirtschaftliche Arbeitsteilung (Wirtschaftsbereiche)

  • Urproduktion (primärer Sektor): Energie- und Rohstoffgewinnung (Bergbau), Land- und Forstwirtschaft, Jagd- und Fischereiwesen
  • Weiterverarbeitung (sekundärer Sektor): Grundstoffindustrie (z.B. Eisen- und Stahlerzeugung, chemische Industrie), Investitionsgüterindustrie (Stahlbau, Maschinenbau), Konsumgüterindustrie (z.B. Textilindustrie, Nahrungsmittel, Spielzeug, Möbel), Handwerk (produzierendes: Schlosser, reparierendes: Installateure, Karosseriebauer, dienstleistendes: z.B. Friseur, Reinigung)
  • Handel und sonstige Dienstleistungen (tertiärer Sektor): Handel (z.B. Binnenhandel, Groß- und Einzelhandel), Geld- und Kapitalverkehr, Versicherungs- und Beratungsbetriebe, Güter- und Nachrichtenverkehr (z.B. Transportbetriebe, Bahn, Post), öffentliche Dienstleistungen (z.B. Schulen, Bäder, Verwaltung)
  • Rechte (quartärer Sektor): Bereich der Nutzung, Übertragung und Pflege von Rechten

Internationale Arbeitsteilung

Aufteilung der Arbeit zwischen ganzen Volkswirtschaften, z.B. bedingt durch:

  • geologische/geografische Vorkommen (z.B. Rohstoffe, Agrarprodukte)
  • klimatische Unterschiede (z.B. Urlaubsregionen, Kaffee, Wolle)
  • Lohnkostennivieau (z.B. Herstellung in Billiglohnländern)
  • Produktionsunterschiede (z.B. Qualität, Zeit, Know-how)

Aufgabe der Wirtschaftswissenschaften (4 Hauptaspekte)

  1. Beschreibung und Klassifizierung
  2. Erklärung und Begründung
  3. Prognose zukünftiger Entwicklungen
  4. Beeinflussung des Wirtschaftsprozesses, zur Erreichung vorgegebener Ziele

Aufgabe der BWL

  1. Erfassung des betrieblichen Wirtschaftens
  2. Beschreibung von Grundformen und Variationen betrieblichen Wirtschaftens
  3. Erkennung von Gesetzmäßigkeiten in der betrieblichen Wirtschaft
  4. Gestaltung der betrieblichen Wirtschaft zur Realisierung vorgegebener Ziele

Betriebswirtschaftliche Funktionen

  • Führungsaufgabe: Leitung, Planung, Organisation, Überwachung
  • Beschaffung: Betriebsmittel, Werkstoffe, Arbeitskräfte
  • Investition: Kapitalverwendung
  • Finanzierung: Kapitalbeschaffung
  • Produktion: Güter, Dienstleistung
  • Lagerung: Werkstoffe, Halb- und Fertigwaren, Waren
  • Absatz: Vertreib, Marketing
  • Transport: Außentransport, innerbetrieblicher Transport
  • Rechnungswesen
  • Steuerwesen
  • Revisions- und Treuhandwesen

Rechtsformen

Einzelunternehmer

  • Vermögen steht dem Eigentümer zu
  • selbstständig und eigenverantwortlich
  • kein Mindestkapital nötig
  • muss keine Daten über sein Unternehmen veröffentlichen

Auflösung

  • Tod
  • Insolvenz
  • Strukturveränderung
  • Aufgabe des Unternehmens

Rechte

  • schließt sämtliche Geschäfte ab
  • erhält sämtlichen Gewinn
  • darf Privatentnahmen aus der Firmenkasse machen

Pflichten

  • selbst krankenversichern
  • unternehmerisches Risiko tragen
  • mit Betriebs- und Privatvermögen unbegrenzt haften
  • Verluste tragen

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

  • gemeinschaftliches Handelsgewerbe (mind. 2 Personen)
  • alle Gesellschafter haften uneingeschränkt
  • HR: A

Auflösung

  • Beschluss der Gesellschafter
  • Zeitablauf
  • Tod eines Gesellschafters
  • Kündigung eines Gesellschafters
  • Konkurs

Rechte

  • Geschäfte abwickeln
  • Informationsrecht
  • Widerspruchsrecht
  • Vertretungsrecht
  • 4% vom Reingewinn bezogen auf Kapitalanteil
  • Anspruch auf Liquidationserlös
  • Kündigung mit 6 monatiger Frist zum Geschäftsjahresende

Pflichten

  • kapitalanteil fristgerecht entrichten
  • Solidarität (Einer für alle, alle für einen)
  • unbeschränkte Haftung mit Privatvermögen

Kommanditgesellschaft (KG)

  • gemeinschaftliches Handelsgewerbe (mind. 2 Personen)
  • HRG: A

Arten von Gesellschaftern

  1. Vollhafter: Komplementär
  2. Teilhafter: Kommanditisten

Auflösung

  • Tod des Komplementärs
  • Zeitablauf
  • Beschluss der Gesellschafter
  • Komkurs

Rechte

Komplementär: wie OHG

Kommanditist:

  • kein Recht auf Geschäftsführung, oder Vertretung
  • kein Recht auf Privatentnahme
  • Widerspruchsrecht
  • 4% des Reingewinns pro Jahr bezogen auf Anteil der Einlage
  • Einsicht in die Geschäftsbücher, Abschrift des Jahresabschlusses
  • Anteil am Liqidationserlös
  • Kündigung mit 6 monatiger Frist zum Geschäftsjahresende

Pflichten

Komplementär: wie OHG

Kommanditist:

  • fristgerechte Einzahlung vertraglich festgelegter Anteile
  • haftet mit der Einlage (nicht mit Privatvermögen)
  • angemessene Beteiligung am Verlust

Stille Gesellschaft

  • vertraglicher Zusammenschluss eines Kaufmanns mit einem Kapitalgeber
  • basiert auf einem Vetrag
  • keine HRG-Eintragung

Auflösung

  • Tod des Kaufmanns
  • Zeitablauf
  • Kündigung
  • Komkurs

Rechte

Kapitalgeber:

  • angemessene Gewinnbeteiligung
  • beschränkte Kontrollrechte
  • Gewinnanteil

Pflichten

  • Verlustbeteiligung bis zur Höhe der Einlage

BGB-Gesellschaft / Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GBR)

  • vertragliche Vereinigung zwischen mehreren Personen, die sich verpflichten für ein gemeinsames Ziel Beträge zu leisten
  • mindestens 2 Gründer
  • kein Mindestkapital
  • keine Firma

Auflösung

  • Tod
  • Beschluss
  • Kündigung
  • Komkurs

Rechte

  • alle Gesellschafter haben Geschäftsbefugnis
  • Gewinnbeteiligung
  • jeder bekommt gleichen Anteil (es sei denn, schriftlich anders vereinbart)

Pflichten

  • unbeschränkte persönliche Haftung

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

  • Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • Gesellschaft wird mit Einlagen auf das (zerlegte) Stammkapital beteiligt
  • Mindestkapital: 25 000 €
  • Gründung: 1 oder mehr Personen
  • HRG: B, Eintragung konstitutiv

Auflösung

  • 3/4 Mehrheit der Gesellschafter
  • Zeitablauf
  • Komkurs

Rechte

  • Mitbestimmungsrecht nach Verhältnis der Gesellschaftsanteile
  • Anspruch auf Jahresüberschuss im Verhältnis der Anteile
  • Auskunftsrecht beim Geschäftsführer
  • Einsicht in Bücher und Bilanzen
  • Übertragbarkeit der Gesellschaftsanteile
  • Anspruch auf Liquidationserlös im Verhältnis der Anteile

Pflichten

  • Leistung der Stammeinlage

Organe der GmbH

  • leitendes Organ: Geschäftsführung
  • beschließendes Organ: Gesellschafterversammlung
  • überwachendes Organ: Aufsichtsrat

Gesellschafterversammlung

  • Feststellung der Jahresbilanz
  • Verteilung des Gewinns
  • Stammeinlagen einfordern
  • Bestellung / Abberufung von Geschäftsführern
  • Überwachung der Geschäftsführung
  • Bestellung von Prokuristen
  • Weisungen an die Geschäftsführung

Aktiengesellschaft (AG)

  • 1 oder mehr Gründer
  • juristische Person
  • HRG: B
  • Mindestkapital 100 000 €

Auflösung

  • 3/4 Mehrheit der Gesellschafter
  • Zeitablauf
  • Komkurs

Rechte der Gesellschafter (Aktienbesitzer)

  • Hauptversammlung
  • Stimmrecht
  • Auskunftsrecht
  • Anteil vom Gewinn (Dividende)
  • Vorkaufsrecht bei neuen Aktien
  • Liquidationserlös

Organe der AG

  • Leitungsorgan: Vorstand, wird durch den Aufsichtsrat bestellt
  • Kontrollorgan: Aufsichtsrat, Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter
  • Beschlussfassungsorgan: Hauptversammlung

Hauptversammlung

  • Bestellung des Arbeitgeberteils des Aufsichtsrats
  • Gewinnverwendung
  • Entlastung der Vorstände und des Aufsichtsrats
  • Bestellung der Abschlussprüfer
  • Satzungsänderung
  • Kapitalerhöhung / -herabsetzung
  • Auflösung der Gesellschaft

6.4.2010, AV-Medien, Spohler

"Photos sind immer ohne Gewähr"

optische Wahrnehmung:

  • unsere Augen sind für ein weites Gesichtsfeld konzipiert
  • wir können stereokopisch sehen (Entfernungen abschätzen)
  • das Bild wird erst im Gehirn nicht im Auge berechnet

Die Aufgabe der Fotografie ist es die Erfahrungen der Menschen zum jeweligen Motiv zu lenken.

gemeinsame Aspekte der Fotografie:

  • Aufzeichnung von Licht
  • Aufzeichnungsgeräte mit nur einem Auge (technische Zyklopen)
  • selektives Medium (Ausschnitt aus der Realität)

Fotografie hat einen ordnenden Charakter.

Kommunikation stammt ursprünglich vom Zeigen ab.

12.02.2010, Designgeschichte, Zusammenfassung: "Verlust der Mitte", Hans Sedlmayr, Schaefer

1. Kapitel: Neue führende Aufgaben

Seit rund 1760 lassen sich neue führende Aufgaben der Kunst erkennen:

  • Landschaftsgarten
  • architektonisches Denkmal
  • Museum
  • Theater
  • Ausstellung
  • Fabrik

Vorher waren es Kirche, Palast und Schloss.

Allerdings liegt nur die Architektur im Bereich der neuen Aufgaben. Malerei produziert fast nur noch "freie Kunst" ohne öffentlichen Auftrag. Das hängt damit zusammen, dass die neuen Aufgaben keine gesamtkunstwerke, wie Paläste und Kirchen sind.

Warum sind die neuen Aufgaben führend?

  1. weil sich ihnen die gestaltende Phantasie mit besonderer Vorliebe zuwendet
  2. weil die größte Sicherheit der Haltung erreicht wird und ein fester Typus entsteht
  3. weil sie stilbildende Kraft ausstrahlen und andere Aufgaben sich anpassen
  4. weil sie den Anspruch haben die Stelle der alten sakralen Architekturen einzunehmen und eine eigene Mitte bilden

Die alten Aufgaben welken

Im Laufe des 19. Jhd. verlieren die alten Aufgabe ihre Führung vollkommen. Es werden zwar noch prunkvolle Kirchen und Paläste gebaut, aber die Sicherheit der Haltung und die stilgebende Kraft ist dahin.

Die Kirche ist nicht mehr imstande einen festen neuen Gebäude-Typus hervorzubringen.Sie bedient sich oberflächlicher Formsprache und "leeren Gehäusen" aus vergangenen Epochen (s. Schinkels Entwurf für die Werdersche Kirche, sie ist einmal romanisch, gotisch und antikisch verkleidet). Sie besitzt keine Ikonologie mehr. Bilder sind einfallslos, subjektiv und ohne Zusammenhang.

Ähnlich verhält es sich mit Schlössern und Palästen.

Der Landschaftsgarten

Der Landschaftsgarten entsteht um 1720 in England als Kontrast zum architektonischen französischen Garten. Seine geometrischen Formen werden fortan als unnatürlich abgelehnt.

Gesellschaftsgeschichtlich erwächst die Gartenkunst aus dem feudalen Großgrundbesitz. Erstmals wird fruchtbar bebautes Land zu Gunsten einer idyllischen Wildnis zurückgedrängt.

Ab 1760 bis 1830 (70 Jahre) großer Enthusiasmus in ganz Europa.

Gartenkunst als umfassendste Kunst von allen: Sie beinhaltet Architektur und Skulptur, während Architektur ihrerseits Skulptur, Ornament und Malerei einschließt. Übergesamtkunstwerk.

Neues Verhältnis zur Natur und neue Auffassung von Kunst:

  • Natur als geistige Universalmacht
  • Mensch ist nicht mehr abseits der Natur, sondern eng mit ihr verwoben
  • religiöse Qualität: die Kunst soll die Natur wieder in ihren paradiesischen Urzustand versetzen
  • Gärten wurden zu Kultstätten, man hielt dort Andacht, alleine oder im kleinen Kreis

Sogar die Architektur wurde von der Gartenkunst beinflusst. Man bevorzugte Bauten aus Naturelementen, z.B. unbehauener Stein oder Holz.

Das architektonische Denkmal

Ab 1780 führende Aufgabe.

Rückkehr zu den Grundformen der Geometrie. Absage an den Barock.

Zentrale Themen:

  • Unzerstörbarkeit
  • der Wunsch etwas Ewiges zu schaffen
  • Monumenthaftigkeit
  • Übermenschlichkeit
  • Geometrie
  • undurchbrochene Flächen

Man will etwas schaffen, dass späteren Generationen von der Größe der Zeit kündet.

Architektur und organische Natur, die im Barock zum Gesamtkunstwerk verschmolzen waren sind nun vollkommen gegensätzlich:

  • Landschaftsgarten – leicht gerührte, frei schweifende und sich wandelnde Empfindung
  • Monument – starres Ergriffensein vor dem übermenschlich Erhabenen

Das Monumenthafte dringt in alle Beeiche des Gestaltens.

  • Museen und Bibliotheken werden fensterlos in kubischer Form geplant.
  • Oberlicht als einzige Lichtquelle
  • Möbel konnten wie Grabmale, Tempeltüren oder Obelisken aussehen

Bei den großen Staatsfesten der französischen Revolution werden selbst die Menschenmassen zu geometrischen Blöcken gruppiert.

In der Malerei entspricht die Tendenz zum Monumentalen einer Tendenz zum Elementaren: ewiges Gebirge, Meer, polares Eis. Mächtige Urgewalten. (Caspar David Friedrich).

Die Vorliebe undurchbrochene, fensterlose Außenfronten führte zwangsläufig zur Beleuchtungsform des Oberlichts. Dieses kellerartige, nachthafte Licht wurde sogar geschätzt, da es die Bauten monumentaler, unfassbarer und geheimnisvoller erscheinen ließ.

Das Museum

1820 stellte das Museum eine der fortschrittlichsten Institutionen dar. Sie waren völlig neu, denn vorher gab es nur Privatsammlungen.

Kunst galt als etwas Heiliges und Museen waren "Tempel der Kunst" oder "ästhetische Kirchen". Künstler wurde zu etwas gottgleichen erhoben und als "Priester der Kunst" verehrt.

Museumsarchitektur orientierte sich daran und plante Museen mit Säulenhallen und Mittelräumen, die dem Pantheon nachempfunden waren. In Schinkels Entwürfen sollte der Mittelraum das Heiligtum sein, in dem das Kostbarste bewahrt wird.

Damit diese Betrachtungsweise möglich war mussten sakrale Werke entgöttert werden. Nur so konnten Herakles und Christus nebeneinander im Museum erscheinen.

Die Museumskunst beeinflusste auch andere Aufgaben, z.B.

  • Schlossbau (Ludwig I. in München)
  • Gestaltung von Privathäusern (Wilhelm Humboldts Haus in Tegel)
  • Städteplanung (München unter Ludwig I.)
  • Kirchen

Nutzbau und Wohnhaus

1830 werden Nutzbau und Wohnhaus führende Aufgaben.

Zentrale Themen:

  • Sachlichkeit
  • Wahrheit
  • Asymmetrie
  • Wohnlichkeit
  • Bequemlichkeit
  • Häuslichkeit
  • Sorgfältigkeit
  • das Getreue, das Feine, das Liebe
  • Natur als "Vertraute", "Heimliche"

Die neue Bewegung ist eine Absage an das Monumentalisieren und das museale Historisieren.

Zuwendung zu sachlicher praktischer Architektur (Bsp. Schinkels Kaufhaus und die Bauakademie in Berlin).

Anlehnung an vergangene Baustile werden konsequent vermieden.

Streben nach Wahrheit und danach Neues zu Schaffen. Klassizismus erscheint als Lügenstil.

Wahrheit = Materialechtheit. Backsteine werden nicht mehr verputzt oder verblendet.

Biedermeier: Im Wohnhaus wird nun das Bequeme, Wohnliche betont. (Schinkels Schlösser Glienicke (1826) und Charlottenhof (1829))

Es entstehen völlig neue Möbel. Bsp: Polstermöbel ohne sichtbare Holzteile. Diese werden asymmetrisch angeordnet.

Beziehungspunkt aller Künste ist der private Mensch. Verzicht auf Öffentlichkeit. Biedermeier-Kirchen oder -Paläste gab es nicht.

Durch die Einschränkung auf das Häusliche liegt der Schwerpunkt der Malerei auf der Staffeleimalerei, die den Alltag darstellt.

Das Mythische verschwindet aus dem Leben und existiert nur noch als Märchen und Kindersagen in der Welt des Kindes. Das alltägliche Leben wird versachlicht. An dessen Stelle tritt das Gemüt und der Humor.

Die Welt des Kindes bekommt große Bedeutung. Kinderspielzeug und Kinderbücher erleben eine Hochblüte. Außerdem gewinnt das Weihnachtsfest als häusliches Familienfest an Bedeutung.

Das Theater

Ab 1840 Theater und Opernhaus führend. Höhepunkt 1860.

Theater wird zum dionysischen Gegenstück des Kunsttempels Museum.

Bauten von Semper sind entscheidende Entwicklungen dieser Zeit und schaffen den Typus.

Man will wieder das ideale Gesamtkunstwerk schaffen (Semper, Wagner, Delacroix). Malerei, Zierat und Einrichtung gehören genauso dazu, wie die Staffage von Volk, Priestern und Festzügen.

Zentrale Themen:

  • Bewegung
  • Sinnlichkeit
  • Farbigkeit
  • Dionysisches
  • Theatralik
  • Rückwendung zum Barock

Die Malerei wird von denselben Tendenzen beeinflusst. Häufige Motive: Tier, Weib, Reiter, Jagd, Kampf, Blut.

Zwischen 1840 und 1890 entstehen die meisten Opernhäuser der Welt.

In der späteren Phase artet die Theatralik im üblen Sinne aus. Sie breitet sich in alle Bereiche des Lebens aus. Bspw. Architektur: Bauten Ludwig II. Privathäuser bekommen einen Salon. In der Denkmalkunst besonders peinliche Züge (Bruno Schmitz' Denkmal auf dem Kyffhäuser). In der Malerei werden viele Historienbilder wie Bühnenbilder inszeniert (Pilotys "Seni vor der Leiche Wallensteins").

Die Ausstellung

Geschichte der Ausstellung wird zur Geschichte des Eisen-Glas-Baus.

Ingeneure werden zu Rivalen der Architekten.

Reine Eisen-Glas-Konstruktionen kommen zuerst an Gewächshäusern und Markthallen vor.

Die Idee der Ausstellung entsteht zur Zeit der französischen Revolution.

1851 erste Weltausstellung in London. Bau von Paxtons "Kristallpalast".

Zentrale Themen:

  • neue Leichtigkeit, das Schwebende
  • neue Fülle an Licht
  • Vereinheitlichung des Raumes
  • Weite
  • Allhaftigkeit (Grenzen zwischen Innen- und Außenraum sind weniger klar)
  • nomadischer Geist (Konstruktionen lassen sich leicht Auf- und Abbauen)
  • Inszenierung, Show, Revue
  • Sensation, nie Dagewesenes, Verblüffendes

Weltausstellung 1867, besonderes Beispiel für eine Ausstellung als Gesamtkunstwerk. Aufbau in konzentrischen Ringförmigen Gebäuden. Symbolischer Gehalt: Umrundung der Welt, alle Völker friedlich zusammen.

Der Geist der Ausstellung greift auch auf andere Bereiche des Lebens. Bsp: Auslage in Geschäften.

Theater und Ausstellung

Beide Aufgaben haben ihre Hochblüte zur selben Zeit.

Beide Richtungen lehnen es ab idealistisch zu sein.

Beide sind laut und öffentlich.

Das Haus der Maschine

Um 1900 werden Fabriken, Garagen, Bahnhöfe und Flugzeughallen führend.

Zentrale Themen:

  • Ablehnung alles Monumentalen
  • Gleichmachung
  • serienmäßige Fertigung
  • Sachlichkeit
  • Sparsamkeit
  • Leichtigkeit
  • Exaktheit, Purheit
  • Maschinelles, Mechanisches
  • Konstruktivismus

Die Maschine wird mit fast religiöser Begeisterung verehrt. Daher strebte man in allen Bereichen nach der maschinellen Exaktheit und Sachlichkeit.

Peter Behrens AEG Turbinenfabrik.

Neuer Werkstoff: Beton.

Die Bewegung breitete sich auf alle Bauaufgaben aus: Theater, Wohnhaus, Palast und Kirchen konnten wie Fabriken oder Garagen aussehen. (Bsp: Gropius Bauhaus in Dessau)

Überschau

Andere Aufgabe passen sich immer der Führenden an. Bsp. Denkmal:

  1. Landschaftsgarten → Denkmal ist ein "Hain"
  2. Denkmal ist führend.
  3. Museum → Denkmal wird museal.
  4. Theater → Denkmal wird theatralisch.
  5. Ausstellung → Denkmal wird reine Konstruktion.
  6. Fabrik → Denkmal bekommt maschinelle Formen.

Die Abfolge der Aufgaben spiegelt den Weg der "neuen Götter" wider:

  1. Anbetung der Natur → Landschaftsgarten, Denkmal
  2. Anbetung der Kunst → Museum, Theater
  3. Anbetung der Maschine bzw. der Erfinderkraft (Bezwingung / Übertreffen der Natur) → Ausstellung, Fabrik

2. Kapitel: Auf der Suche nach dem verlorenen Stil

Gründe des Stilchaos

  1. In engem Zeitraum haben viele gegensätzliche Aufgaben um die Stilführung gerungen. Nur noch Zeiträume von Jahrzehnten und nicht mehr Jahrhunderte.
  2. Keine Aufgabe konnte sich stilbildend durchsetzen. Es gibt kein Gesamtkunstwerk mehr, dass alle Künste zu einer Stileinheit zusammenbring. Künste vereinzeln sich.
  3. Angleichung ist auch in der Architektur nur oberflächlich (Stilmaske). Es wird möglich für einen Bau mehrer Stile zu wählen, nachdem die Grundform schon festgelegt ist. Dadurch wird der "gewollte Stil" durch unbewusste Tendenzen unterhöhlt.

Alle Aufgaben fordern Gleichberechtigung

Seit Ende des 18. Jhd. stellen alle Bauaufgaben den Anspruch Kunst zu sein. Dies war vorher nur privilegierten Bauaufgaben vorbehalten.

Einen einheitlichen Stil kann es nur da geben, wo sich die Kunst einer Gesamtaufgabe widmet und andere Bereiche des Gestaltens außen vor bleiben.

Daher versucht man jede Aufgabe in dem ihr gemäßen Stil zu gestalten (Pluralismus).

Gleichmacherei der Revolutionsarchitektur

Um 1800 verkündet Ledoux die Gleichberechtigung aller Bauaufgaben. Er sucht die Angleichung dabei auf dem höchsten Niveau. Dabei kam es zu Absurditäten. Bsp.: Die Zollhäuser der Pariser Bannmeile sehen aus, wie Tempel.

In Österreich gab es einen umgekehrten Trend. Dort konnten Kirche, Theater und Getreidemagazin die gleiche Kastenform haben. Der Bau wurde dem Kunstgewerbe zugeschrieben, aber nicht der höheren Kunst.

Stilkompromiss: Neuhellenismus und Neugotik

Die auf die Revolution folgende Epoche wird von zwei Versuchen der Stilbildung gekennzeichnet.

  1. Neuhellenismus nimmt das Griechische zur Basis. Kann den Anforderungen der neuen Zeit aber nicht gerecht werden. Das Griechische bleibt Fassade.
  2. Neugotik: Das Gotische liegt nicht so fern, wie das Griechische. Daher wird das Aufgreifen der Gotik, wie ein Anknüpfen an die eigene Vergangenheit verstanden.

Beide Richtungen scheitern letztendlich. Lächerliche Gebilde kommen zu Stande. Bsp: Dampfmaschine mit griechischen Säulen oder Gewächshaus mit gotischen Formen.

Stilpluralismus

Aus der Einsicht heraus, dass alle Bauaufgaben zu vielfältig sind, um sie stilistisch zu vereinheitlichen, verzichtet man einfach darauf.

Der erste Vertreter ist John Nash. Er wählt den Baustil eher willkürlich. Bsp: Stadthaus - neuhellenistisch, Landhaus - neugotisch, Blaise Castle - altenglischer Cottage-Stil.

Von Klenze versuchte für jede Aufgabe einen passenden Stil zu finden. Bsp: Palast - Renaissance, Museum - griechisch, Kirche - nach der Capella Palatina in Palermo.

Erste "Neue Sachlichkeit"

Nachdem man festgestellt hat, dass die vergangenen Stile unzulänglich für die damaligen Ansprüche waren, verabschiedete man sich von ihnen.

Man versuchte stattdessen einen Stil zu finden, der sich frei in der Gegenwart bewegt, ohne historischen, sondern mit wahrem, natürlichem Charakter.

Die Neurenaissance als totale "Restauration"

Um 1840 wird, mit Semper und in England mit Barry, versucht die Renaissance als Stilbasis zu nehmen.

Der Versuch die Renaissance des Römischen weiterzuführen, war der aussichtsreiche Versuch an die Vergangenheit anzuknüpfen.

Er bietet Möglichkeiten für Kirchenbauten, wie für moderne Gebäude. So gab es Versuche die Gestaltung von Thermenhallen auf Bahnhofshallen zu übertragen.

Dies scheiterte allerdings daran, dass sich der Glas-Eisen-Bau immer mehr durchsetzte. Auch beim Kirchenbau konnte die Neugotik nicht verdrängt werden.

Aufstieg der technischen Baukunst

Mitte des Jahrhunderts stehen sich "Neurenaissance" und "technische Baukunst", bzw. Künstlerarchitekt und Ingeneur gegenüber.

Man fragte sich, wie das Verhältnis zwischen den beiden Beufen ist und ob sie ein und dasselbe sind.

Labrouste versuchte den Gegensatz zu versöhnen, indem er die Bibliothek S. Geneviève in Paris so bauen ließ, als dass er dem Ingeneur die Konstruktion des Eisenskeletts und dem Architekten die Gestaltung des Wandmantels überließ.

Für Architekten bedeutete dies eine Degradierung, weswegen derZwiespalt nicht beseitigt werden konnte.

Der Ingeneurbau wuchs indes beträchtlich und griff auch auf Bereiche über, die bisher dem Architekten zugedacht waren. Bsp. Warenhaus, erstmals bekamen sie in Amerika Fronten aus Glaswänden, und später auch auf das Wohnhaus.

Ingeneure berachteten ihre Tätigkeit nicht als Kunst im höheren Sinne.

Aufstieg der technischen Baukunst

Als vor 1900 sich die neuen Werkstoffe Beton und Eisenbeton auftauchten entsteht der Totalitarismus des "neuen Bauens".

Es scheint ein neuer Stil zu entstehen. Doch kann er nicht alle Bereiche der Kunst erfassen und scheidet somit aus. Bei der Übertragung auf Wohnhäuser gibt es Schwierigkeiten, sie werden nicht so wohnlich, wie zu 1830. Bei Kirchen versagt der Stil völlig.

Rückschlag: Neuklassizismus als Maske

Schon nach einem Jahrzehnt gibt es Rückschläge für das "neue Bauen". Es wird abgelehnt und stattdessen wird eine neuklassizistische Bewegung, die aber sehr oberflächlich ist propagiert. Am stärksten geschieht dies in Italien, Rußland und Deutschland.

Anstatt in der unerrechenbaren Form echter Kunstwerke, echte Schönheit zu finden, die die technische Reinheit überwindet, entsteht entweder ein starres Einhalten vorgeschriebener Formen oder eine anarchische Willkür.

Ansätze zu einem neuen Pluralismus

Je radikaler die Gleichmacherei wird, um so stärker wird das Bedürfnis nach Differenzierung.

Es kündigt sich ein neuer Pluralismus des Bauens an, der nicht historischer sondern sachlicher Art ist.

15.2.2010, Lernstoff für die Kunstgeschichte-Prüfung, Havemann

Wie analysiert / beschreibt man ein Kunstwerk?

  • Material
  • Format
  • Duktus / Farbauftrag
  • Farbe / Kontraste
  • inhaltliche Beschreibung
  • Komposition / Anordnung
    • symmetrisch / assymetrisch
    • Reihung
    • Perspektive
    • Dreiecks- / Vierecks- / Kreiskomposition
  • Raum
  • hell / dunkel
  • Jahr und Künstler
  • nüchterne Beschreibung der Bildelemente

Renaissance 1400–1560

1400–1500 Frührenaissance

1500–1520 Hochrenaissance

1520–1560 Spätrenaissance oder Manierismus

  • erste moderne Stilepoche
  • Zeit des Umbruchs, christliche Kunst wurde revolutioniert
  • Abgrenzung vom barbarischen Mittelalter
  • diesseitige Orientierung (trotzdem christlich)
    • das eigene Umfeld wurde thematisiert
    • Entdeckung der menschlichen Persönlichkeit
    • Wissenschaft, Studium der menschlichen Anatomie und der Natur
    • Aufwertung des Individuums
  • Künstler waren nicht mehr nur Handwerker sondern wurden als schöpferische Genies angesehen

Bildthemen der Renaissance

  • Natur und Landschaft
  • Antike Mythen
  • Porträt (der Mensch als Individuum)
  • der menschliche Akt
  • Interesse an Details und Stofflichkeit
  • Licht und Schatten (Lichtquellen wurden eingesetzt)
  • Perspektive
  • Entwicklung der Zentralperspektive
  • Hell-Dunkel-Modellierung, weiche Übergänge (wurde möglich durch die Erfindung der Ölmalerei)
  • Komposition basiert auf Grundformen (Dreieck, Kreis, Viereck), Dreieckskomposition
  • Anschaulichkeit und Nachvollziehbarkeit

Kunst des Mittelalters

  • Überzeichnung, Verzerrung, Stilisierung
  • Menschen wurden besonders stark überzeichnet, da das Abbilden von Menschen als Gotteslästerung empfunden wurde
  • Bedeutungsperspektive wurde eingesetzt

Leonardo da Vinci, 15. April 1452* bis 2. Mai 1519†

Stammt aus Anchiano bei Vinci.

War Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph.

Mona Lisa ist sein bekanntestes Werk.

Erschein 1472 zum ersten Mal in der Malergilde.

War Hofmaler beim französischen König.

Hat seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift verfasst, damit sie nicht entschlüsselt werden konnten.

Die Verkündung Marias, ca. 1473-75

Öl auf Holz, 100 x 200 cm

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Im Vordergrund befinden sich Erzengel Gabriel und Maria, im Hintergrund sieht man eine renaissancetypische Landschaft. Maria sitzt an ein einem kleinen Tisch vor einer antiken Villa, die rechte Hand auf die Bibel gelegt, die linke Hand hochgehoben. Gabriel kniet unterwürfig vor Maria, mit einer weißen Lilie in der Hand (typisches Symbol für dieses Szenario).

Gabriel verkündet Maria, dass sie auserkoren wurde das Jesus-Kind zu empfangen.

Der Landschaft im Hintergrund, wurde, wie in der Renaissance üblich, große Bedeutung beigemessen.

Das Bild ist sehr hell und farbenfroh. Keine Dreieckskomposition, eher Viereck. Die Anordnung der Szene entspricht einer Reihung.

Maria verfügt über die typischen Madonnensymbole: Blauer Mantel, rotes Kleid und Heiligenschein.

Im Faltenwurf der Gewänder kann man das für die Renaissance typische Spiel mit Licht und Schatten und die Ausformulierung der Stofflichkeit erkennen.

Das Abendmahl, ca. 1495-97

Öl und Tempera Mix auf Stein.

War ein Auftragswerk für den Speisesaal der Dominikanerkirche in Mailand.

Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Hell und Farbenfroh. Viereckskomposition, Reihung.

Das Bild zeigt Jesus und die zwölf Apostel kurz nachdem er erklärt hatte von einem von ihnen verraten worden zu sein.

Sehr starke und irrationale Perspektive, Bildaufbau wirkt überhöht.

Es werden immer 3 Personen im Bild gruppiert. Hinweis auf die Dreifaltigkeit.

In den Fenstern im Hintergrund ist eine Landschaft zu erkennen.

Mona Lisa, 1503–1505

Öl auf Holz, 77 x 63 cm.

Das Bild hing in Napoleons Schlafzimmer.

Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil. Keine harten Kanten, Sfumato (Weichzeichnen). Durch übereinander aufgetragene Lasuren bekommt das Bild einen Glanz.

Eher dunkel, Gesicht und Landschaft aber sehr stark ausgeleuchtet. Sehr kontrastreiches Licht- und Schattenspiel, wodurch Dreidimensionalität entsteht.

Porträt einer Florentiner Bürgerin auf einem Balkon und einer fremdartigen Landschaft (Felsformationen und Wasserspiele) im Hintergrund.

Besondere Merkmale sind der direkte Blick, das Lächeln und die offenen Haare der Mona Lisa. Außerdem war der Sitzwinkel (3/4 Körperdrehung mit zugewandtem Gesicht etwas völlig Neuartiges).

In der Landschaft erkennt man eine starke Perspektive was dem Hintergrund viel Tiefe verleiht.

Raffael Santi, 1483*–1520†

Stammt aus Urbino.

Italienischer Maler und Baumeister der Hochrenaissance.

Begann seine Karriere in Florenz. Arbeitete im Vatikan für den Pabst.

Versuchte in seinen Bildern immer den Edelmut und den Glanz hervorzuheben.

Heilige Familie, 1505–08

Öl auf Holz, 131 x 107 cm.

Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Helles Bild mit starken Farben und einer stabilen Dreieckskomposition.

Das Bild zeigt Josef als alten Mann, die junge Maria mit dem Jesuskind und ihre Mutter (die heilige Anna) mit Johannes dem Täufer. Familie war ein neues Thema in der Renaissance. Die dargestellten Personen nehmen Bezug aufeinander, der Betrachter wird ausgeschlossen. Im Hintergrund ist eine italienische Landschaft zu sehen.

Indem Raffael Maria als sich kümmernde Mutter in einer ausgelassenen Familienszene darstellt und nicht als eine kirchliche Ikone, schafft er einen völlig neuen Madonna-Typ. Ihre typischen Madonnensymbole (Blauer Mantel, rotes Kleid, Heiligenschein und Jesuskind) hat sie aber trotzdem behalten. Es war Raffael wichtig Eleganz und Menschlichkeit darzustellen (harmonische, elegante Gesten, spielende Kinder).

Typische Renaissance-Merkmale sind die perspektivischen Heiligenscheine, die italienische Landschaft im Hintergrund, die durch ihre perspektivische Verjüngung eine starke räumliche Tiefe erzeugt, sowie das Licht und Schattenspiel, dass man insbesondere in den Gewändern der Personen beobachten kann.

Thronende Madonna mit Kind und Heiligen, ca. 1505

Tempera auf Holz, 166,6 x 166,9 cm.

Altarbild.

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Klare kontrastreiche Farben und viel Gold.

Maria sitzt mit dem Jesuskind auf einem Thron unter einem Baldachin, am Thron steht Johannes der Täufer, darum sind vier Heilige versammelt. Im Hintergrund erkennt man etwas Landschaft.

Das Bild wirkt statischer und repräsentativer als "Die Heilige Familie". Auch die perspektivischen Heiligenscheine sind stärker hervorgehoben. Es wurde scheinbar extra für die Kirche konzipiert.

Maria wird durch den Thron und das Baldachin stark betont und wirkt daher wie eine Ikone.

Die Komposition ist sehr symmetrisch. Die männlichen Heiligen erscheinen wichtiger zu sein, da sie vorne stehen und stärker ausgearbeitet sind. Die weiblichen Figuren sind idealisiert und haben wenig Individualität.

Die Schule von Athen, 1510–11

Fresco im Stanza della Segnatura des Vatikans, 770cm Breite.

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Hell und farbenfroh.

Zeigt einen Saal einer antiken griechischen Schule, mit vielen Gelehrten aus der Antike (z.B. Pythagoras, Sokrates und Platon), die sich in Bewegung befinden. Die Menschen nehmen ca. 1/3 des Bildes ein und bilden einen Kontrast zu der statischen Architektur, die den restlichen Platz füllt. Durch Raffaels genaues Studium der Bewegungen wirken die Figuren sehr lebendig.

Die Architektur hat kein reales Vorbild, da keine antiken Gebäude erhalten waren.

Raffael arbeite mehrere Jahre fast alleine an dem Werk. Er hatte aber einen theologischen Berater, der die wissenschaftlichen Ideen, die im Bild thematisiert werden mit dem Vatikan in Einklang brachte.

Man erkennt wieder ein Spiel von Licht und Schatten und die Stofflichkeit der Gewänder und des Marmors.

Barock 1600–1700

Zeit der Gegenreformation. Kunst sollte wieder Begeisterung für die Kirche schaffen und Monarchien stärken.

Bildthemen des Barock

  • gleiche Themen, wie Renaissance (Kirche, Mythologie etc.), aber andere Ausdrucksmittel
  • hohe Theatralik in der Inszenierung
  • kräftige leuchtende Farben
  • starke Hell- / Dunkel-Kontraste (Licht und Schatten)
  • lebendige Komposition
  • überwiegend geschwungene Formen
  • wehende Tücher und dramatische Himmel sind häufige Bildelemente
  • stabile Anordnungen (z.B. Dreieckskomposition) werden durchbrochen
  • Konturen werden verwischt
  • die Kunst will den Menschen mit allen Sinnen ansprechen
  • in der Archtektur setzen sich Schmuckelemente über architektonische Begrenzungen hinweg
  • starke Perspektivische Verkürzungen

nördlicher und südlicher Barock

Der südliche Barock ist stark von der katholischen Kirche geprägt, weil sie eher in katholischen Ländern mit vielen kirchlichen Auftraggebern stattfand. Er ist sehr großformatig mit expressivem Pinselstrich.

Der nördliche Barock ist eher kleinformatig, da er mehr durch private Auftraggeber bestimmt wurde. Themen sind weniger kirchlich.

Artemisia Gentileschi, 1593–1653

Bedeutendste Malerin des Barock. Stammt aus Rom. Studierte an der Accademia dell’Arte del Disegno in Florenz.

Sie wurde von einem Freund ihres Vater vergewaltigt, was ihre Kunst sehr beeinflusste.

Judith enthauptet Holofernes, vor 1630

100 x 160 cm.

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Das Bild zeigt Judith und Ihre Magd, wie sie dabei sind Holofernes zu köpfen.

Grundlage des Bildes ist die Erzählung von Holofernes, ein babylonischer General, der die Stadt Betulia belagert. Judith macht sich auf ihre Stadt von der Belagerung zu befreien, indem sie sich mit Hilfe ihrer Schönheit Zugang zu Holofernes Zelt verschafft. Sie macht ihn mit Wein betrunken und köpft ihn anschließend.

Judith wird als starke wohlüberlegte Frau dargestellt, nicht als lustgetriebene Mörderin.

Die Szene ist dramatisch ausgeleuchtet und die Stofflichkeit der Tücher ist stark ausgearbeitet. Dies ist typisch für den Barock.

Selbstporträt als Allegorie der Malerei, 1630er

96 x 73 cm.

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Wenig Farben. Viele Rottöne.

Starker Hell-Dunkel-Kontrast. Gesicht und Oberkörper sind stark ausgeleuchtet.

Artemisia Gentileschi zeigt sich nicht als feine Dame, sondern mitten im Arbeitsprozess. Sie ist in einer für den Barock typischen lebendigen Pose dargestellt.  In den Händen hält sie Palette und Pinsel. Um den Hals trägt sie einen Totenkopf-Anhänger der als Symbol für die Kunst und die Malerei galt. Durch diesen Anhänger hebt Artemisia das Stigma auf sich als frau in Arbeitskleidung zu präsentieren, was damals verpönt war. Durch ihn wird sie selbst zur Allegorie der Malerei.

Lukretia, ca. 1621

Öl, 100 x 77 cm.

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Wenig Farben. Viele Braun- und Rottöne.

Starker Hell-Dunkel-Kontrast. Ihr Körper ist stark ausgeleuchtet.

Das Bild zeigt eine Frau mit nacktem Oberkörper und einem Dolch in der Hand. Lukretia wurde vom Herrscher Roms Tarcius Sixtus vergewaltigt und vertraut sich danach ihrem Gatten an. Anschließend bringt sie sich um. Das Bild zeigt den Moment kurz vor dem Selbstmord.

Lukretias dramatische Pose und die fließenden Stoffe ihres Gewandes, sowie das Licht-Schatten-Spiel, dass man in seinem Faltenwurf erkennen kann sind typische Merkmale des Barock.

Susanna und die Alten, ca. 1610

170 x 121 cm.

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Helles Bild mit starken Farben.

Das Bild zeigt eine nackte Frau auf einer steinernen antiken Bank, die sich von zwei alten Männern abwendet.

Susanna wird von den zwei Männern bedrängt. Durch ihre Nacktheit wirkt sie angreifbar. Die Männer drohen von oben und sie hat keine Fluchtmöglichkeit.

Susannas Ehre steht auf dem Spiel, da sie sich aber nicht den Bedrängungen ergibt, triumphiert sie später.

Susannas theatralische Pose und die fließenden Gewänder sind Markenzeichen der barocken Kunst.

Rokoko, 1720–1775

Das Wort Rokoko stammt von Rocaille, einer schneckenförmigen Muschel ab.

Man wendet sich ab, von den theatralischen Inszenierungen des Barock, hin zu einem feinsinnigen, vornehmen Lebensgefühl.

Bildthemen des Rokoko

  • pastellige Farben
  • viel Bewegung
  • reiche Verzierungen (z.B. bei Möbeln, Porzellan oder Besteck)
  • Eleganz
  • Leichtigkeit
  • spielerisch
  • Intimität
  • Oberflächlichkeit
  • neues Thema "galante féte" (elegantes Fest)
  • weniger klare, lockere Pinselstriche
  • keine harten Konturen
  • Farbe wird verwischt
  • Skizzenhaftigkeit
  • malerischer Pinselstrich

Klassizismus, 1760–1800

Der Begriff Klassizismus kam erst im 19. Jhd. auf.

Künstler lösen sich von der Aristokratie und der Hofmalerei und werden unabhängig.

In dieser Zeit werden Pompeji (1748) und Herculaneum (1738) ausgegraben. Daraus erwächst ein starkes Interesse an historischen Themen und der Antike. 

Mit der französischen Revolution werden erste Schritte hin zur Demokratie gemacht, woraus sich neue politische Themen in der Kunst ergeben.

Man möchte sich vom oberflächlichen Rokoko lösen und stattdessen moralische Werte vermitteln.

Rom wird zum internationalen Künstlertreffpunkt.

Bildthemen des Klassizismus

  • man versuchte Motive aus der Antike nachzuahmen, aber mit neuen technischen Möglichkeiten und politischen Hintergründen
  • wichtige Themen: Vaterland, Opfertod
  • Figuren befinden sich meist auf einer Ebene

Jaques Louis David, 1748–1825

Er war der bekannteste Künstler des Klassizismus.

Zu Anfang war er starker Unterstützer der revolution, später hat er auch für Napoleon gemalt.

Der Schwur der Horatier, 1784

330 x 425 cm, Öl auf Leinwand.

Auftragsarbeit für die Krone

Präziser Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Kräftige Farben, deutliche Ausleuchtung der Szene.

Das Bild zeigt die 3 Horatier Brüder, wie sie ihrem Vater schwören ihre Stadt Rom zu verteidigen. Sie schwören ihr Leben für das Vaterland zu geben. Im Hintergrund sieht man Frauen, die um den Abschied der Brüder trauern. Eindeutige Rollenverteilung: Männer – aktiv, Frauen – passiv.

Klassizistische Merkmale: Die Szene ist in der Antike angesiedelt. Alle Figuren befinden sich auf einer Ebene. Zentrale Themen sind die Liebe zum Vaterland, Heldentum und die Bereitschaft für ein größeres Ziel den Opfertod zu sterben.

Angelica Kauffmann, 1741–1809

Im Klassizismus wurde Frauen stark von den Akademien unterstützt. Sie war Mitbegründerin der Royal Academy of London.

Sie hat das Genre der Historienmalerei für sich entdeckt, was damals untypisch für Frauen war.

Cornelia die Mutter der Gracchi Brüder, 1785

Öl auf Leinwand.

Sehr feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Kräftige Farben, gut ausgeleuchtet.

Cornelia war in Rom als äußerst ehrbare Frau bekannt.

Das Bild zeigt, wie eine Händlerin ihr Schmuck verkaufen möchte. Sie lehnt jedoch ab, um das Geld in die Ausbildung ihrer Söhne zu investieren.

Die Frau wird in ihrer Rolle als Mutter in den Mittelpunkt gestellt.

Klassizistische Merkmale: Antike Szene, alle Figuren befinden sich auf einer Ebene, Thema: Ehrbarkeit.

Romantik, 1800–1850

Künstler werden zunehmend freischaffend. Keine Auftraggeber mehr im Hintergrund, die eine Stilrichtung vorgaben.

Kunstarten vereinzeln sich. Es gibt kein Gesamtkunstwerk mehr. Daher sehr uneinheitliche Stilepoche.

Bildthemen der Romantik

  • sehr unterschiedliche visuelle Sprache
  • Emotion, wahre Gefühle
  • Entdeckung des Individuums
  • Abwendung vom Rationalen
  • Spiritualität
  • Erhabenheit
  • Natur und Naturgewalt
  • Sehnsucht
  • Mysterium
  • Geheimnis
  • das innere Selbst
  • Drama
  • Seele
  • Melancholie
  • Einsamkeit
  • Träume

Caspar David Friedrich, 1774–1840

Kommt aus der klassizistischen Malerei.

Hat in Greifswald und Kopenhagen Malerei studiert.

Bei seinen Bildern liegt der Vordergrund meistens im Schatten und der Hintergrund ist erleuchtet. Es gibt keinen Mittelgrund. Seine Bilder entstehen meist aus dem Gedächtnis.

Wanderer über dem Nebelmeer, 1818

95 x 75 cm, Öl auf Leinwand

Feiner Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Hintergrund ist überwiegend hell. Vordergrund ist dunkel. Blautöne dominieren.

Selbstporträt Caspar David Friedrichs auf einem Felsen. Man sieht ihn von der Rückseite, wie er über eine mysteriöse, nebelige Landschaft blickt. Das Bild strahlt die typischen Themen der Romantik aus: Sehnsucht, Einsamkeit, Melancholie. Die vom Nebel umhüllte Gebirgslandschaft wirk ehrfurchteinflößend und geheimnisvoll.

Die Landschaftist nicht real.

Der Betrachter schlüpft in die abgebildete Person. Man steht über den Dingen.

Die Komposition ist eine stabile und ausgewogene Dreieckskomposition.

Mondaufgang über dem Meer, 1823

Feiner, aber weicher Pinselstrich, zeichnerischer Stil.

Dunkles Bild. Ausgewogene, harmonische Kompoition.

Das Bild zeigt eine steinige Küste beim Mondaufgang. In der Ferne sieht man ein paar Boote. Auf einem Felsen sitzen zwei Frauen und ein Mann. Sie schauen sehnsüchtig auf das Meer hinaus (Fernweh). Die Stimmung des Bildes ist friedlich, aber ehrfürchtig. Die dunkle Lichtstimmung verleiht dem Bild etwas geheimnisvolles.

Die Menschen greifen nicht ein in die Natur, Enheit mit der Natur.

Realismus, 1850–1870

Man will nicht mehr historisieren und idealisieren.

Es werden Motive in der realen Welt gesucht. Der Alltag wird zum neuen Thema.

Es geht aber nicht darum etwas realistisch abzumalen, sondern dass es realistisch aussieht.

Bildthemen des Realismus

  • Alltag
  • die neue Sachlichkeit
  • ungeschönte Realität (unattraktive Menschen oder Landschaft)
  • schmieriger Malstil war möglich
  • Auf- oder Abtragen von Farbe mit dem Messer

Moderne, 1850–1945

Man versucht durch die Gestaltung von Alltagsgegenständen, das alltägliche Leben der Menschen zu verändern.

1850/51 wird die Dampfmaschine von James Watt erfunden und Massenherstellung dadurch möglich. Der Beruf "Designer" entsteht.

Durch die Erfindung vieler neuer Techniken wird die Wahrnehmung der Welt komplett verändert. Bsp.: Im 19.Jhd wird ein flächendeckendes Eisenbahnnetz gebaut.

Fotografie wird erfunden. Dadurch verändert sich die Aufgabe der Kunst. Man löst sich vom genauen Abbilden der Kunst und entwickelt surrealere, abstraktere und karikaturistischere Malstile.

Fotografie wurde auch als Hilfsmittel zur Malerei genutzt. Künstler mussten nicht immer vor Ort sein.

Es entstehen neue Blickwinkel, da man von Positionen fotografieren kann, von denen man nicht malen kann. Bsp.: In der Luft, im Heißluftballon.

 

7.1.2010, Designgeschichte, Schaefer

Das 19. Jhd. wird durch 2 wesentliche Grundtendenzen bestimmt.

1. Historismus

  • Alte Stile werden zitiert. "Kostümierung in falscher Identität". Bsp: Bauten aus dem 19. Jhd. mit Ornamenten aus dem Barock.
  • Keine eigenen Ideen und Konzepte. Man bedient sich bei Konzepten aus anderen Epochen.
  • Antifunktionale Gestaltungsweise. Bsp.: Aschenbecher sieht aus, wie ein Kupferhelm. Salzstreuer sieht aus, wie ein Dackel.
  • Neureiche wollten ihren reichtum präsentieren, wodurch überladene geschmacklose Designs entstanden.
  • Gegen Ende des 19. Jhds. wird der Historismus als ästhetische Krise empfunden.
  • Als der Jugendstil aufkam wurde dieser als Erlösung vom Historismus empfunden.
  • In Deutschland war der historismus besonders schlimm. Deutschland hatte immer Probleme eine nationale Identität zu finden. Der Sie über Frankreich im deutsch-französischen Krieg und die Verkündung der deutschen Reichseinheit 1871 in Versaille, brachte eine Periode des Größenwahns, was zu vielen historistischen Werken führte.
  • 1887 wurde der Merchandise Mark Act vom englischen Parlament erlassen. Später wurde er vom amerikanischen Parlament übernommen. Er besagte, dass aus Deutschland importierte Produkte, wegen ihrer schlechten Qualität mit dem Prädikat "Made in Germany" ausgezeichnet werden müssen.

Gegenbewegungen zum Historismus: Arts-and-Crafts-Bewegung in England. In Deutschland wurde 1907 der deutsche Werkbund gegründet.

Deutsche Industrielle und Künstler arbeiteten an einem gemeinsamen Ziel: Die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit von deutschen Produkten.

Peter Behrens – Deutschlands wichtigster Industriekünstler.

2. Vernunft der Sachlichkeit

  • Durch Industrialisierung und dem aufkommenden technischen Wissen gibt es eine weniger merkliche Gegenströhmung zum Historismus, die sich aber dennoch durchsetzte. Sachliche und funktionale Gestaltung.
  • Bsp: Londoner Kristallpalast.
  • Immer mehr technische geräte halten Einzug in die Haushalte. Bsp: Telefon, Gas, Wasser, Glühbirnen, Dosenöffner. Historistische gestaltung ist hier nicht zweckmäßig, daher wurde hier auf funktionale gestaltung gesetzt.
  • Durch due

6.1.2009, Zeichen und Form, Baumgart

Formen, die nebeneinander auf einer Fläche stehen setzt das Auge zueinander in Verbindung.

Gruppen unterscheiden sich durch Abstand, Größe, Richtung, Form und Farbe.

Geschlossene Flächen heben sich gegenüber offenen Flächen besser vom Hintergrund ab.

Geschlossene Flächen werden zur Figur.

Linien, die sich überschneiden haben eine räumliche Wirkung.

Unsere Wahrnehmung neigt dazu 2 dimensionale Formen räumlich zu interpretieren.

Eine Grundlegenden Funktion unserer Wahrnehmung ist das Bestreben Formen und Farben, die nebeneinander auf einer Fläche stehen, so schnell wie möglich in einen kausalen Zusammenahng zu bringen.

Wasserfarbeneffekt – Bei 2 äußeren Konturen, mit unterschiedlichen Farben, wird die dunklere Kontur zur Außenkontur.

5.1.2010, Digitale Medien, Born

Geschichtliche Entwicklung von vernetzten Computern

  • 1968: Entwicklung von vernetzten Computern ARPA-Net (1969 Vorläufer des Internets).
  • 1973: Entwicklung der ersten grafischen Benutzeroberflächen (GUI) und der Computermaus.
  • 1983: Entwicklung dens Netzwerkprotokolls TCP/IP. Graundlage des Internet (DARPA).
  • 1987: Entwicklung von Hypertext-Systemen, z.B. Hypercard von Apple.
  • 1990: Entwicklung von HTML (Hypertext Markup Language)

29.12.2009, Kommunikationstheorie, Schaefer, Zusammenfassung: "Zeichen des Menschen" von Jürgen Trabant

1. Handlung

Was ist eine Handlung? ("anderes Ich")

  • eine. von einem Menschen begangener Vorgang, bei dem er den Zweck selbst bestimmt
  • Bsp: Rasenmähen, Bauen, Stricken, Sprechen, Autofahren, Singen, Morden, Stehlen

Was ist natürliches Verhalten? ("Nicht-Ich")

  • steht im Gegensatz zur Handlung
  • sind natürliche Vorgänge, die nicht an einen selbstgewählten Zweck gebunden sind
  • Bsp: Schlafen, Altern, Sterben, Kranksein, Rotwerden, Atmen, Stoffwechsel

Handlungen müssen verantwortet werden, da Ihnen eine Absicht zu Grunde liegt. Man kann für seine Handlungen auch zur Rechenschaft gezogen werden. Bsp: Mord (Handlung) und Totschlag (Verhalten) werden in der Rechtsprechung unterschiedlich geahndet. Handlungen folgen immer bestimmten Handlungsschemata, auch wenn sie für sich genommen individuelle Vorgänge sind. Bsp: Meine heutige Autofahrt ist ein Exemplar des Handlungsschemas "Autofahren".

2. Handeln und Verstehen

Praktisch-Handeln

  • Ich habe ein Handlungsschema gelernt und kann es selber ausführen.
  • Bsp: Stricken ­- Ich habe gelernt zu stricken und kann z.B. einen Pullover oder einen Strumpf stricken
  • Ich kann also eine Handlung materiell aktualisieren (abrufen)

Verstehen-Können

  • Ich kann eine Handlung, die ich beobachte interpretieren und einem bestimmten Handlungsschema zuordnen.
  • Bsp: Ich muss nicht selbst Stricken können, um verstehen zu können, wenn jemand anders strickt.
  • Ich kann die Handlung also ideell aktualisieren (abrufen).
  • ist ein fundamentaler menschlicher Handlungstyp

Der Zweck des Verstehens ist zweckhafte menschliche Vorgänge von Vorgängen ohne menschliche Zwecksetzung zu unterscheiden. Die Notwendigkeit für Verstehenshandlung besteht darin, das gemeinschaftliche Leben zu organisieren. Erst indem ich einen Vorgang als eine Handlung eines anderen Menschen verstehe, ist dieser kein natürlicher Vorgang mehr. Ein Verhalten, das uns völlig fremd ist können wir nicht verstehen.

Verstehen und Praktisch-Handeln werden beide über exemplarische Einführungssituationen in der menschlichen Gemeinschaft gelernt. Bsp: Stricken - Ich sehe eine Frau beim Hantieren mit Wolle und Stricknadeln und frage: "Was machst du da?" Antwort:"Ich stricke." Man hat nun das Wort "stricken" gelernt. Um den Vorgang "Stricken" zu verstehen muss ich nach dem Zweck fragen. "Was ist Stricken?" Antwort: "Ich mache einen Pullover." Ich kann nun noch nicht selbst stricken, aber ich habe nun das Handlungsschema stricken verstanden.

3. Zeigehandlung

Der Zweck der Zeigehandlung ist das Verstandenwerden, im Gegensatz zu anderen Handlungen, wie Stricken, wo der eigentliche Zweck beispielsweise die Herstellung eines Pullovers o.ä. ist.

  • ist immer an andere Menschen gerichtet, also kooperativ
  • es wird eine Reaktion, der Vorgang soll wahrgenommen und verstanden werden
  • soll immer etwas "anzeigen" oder "mitteilen" Bsp: Blinker beim Autofahren
  • Zeigehandlungen sind also Handlungen mit einer materiellen Gestalt (Signifikant) und einem verbundenen Inhalt (Signifikat), die etwas über etwas (Referent) mitteilt
  • um verstanden zu werden muss die Zeigehandlung von allen Beteiligten erlernt worden sein (gesellschaftliche Übereinkunft), z.B. durch explizites Verabreden oder durch Tradition
  • der räumliche, zeitliche und personelle Rahmen, den das Zeichen umspannt kann unterschiedlich sein Bsp: Das Blinken beim Autofahren wird weltweit von allen Verkehrsteilnehmen bis auf unbegrenzte Zeit verstanden. Ein Zeichen, wie "sich die Krawatte lösen bedeutet 'Ich möchte nach Hause gehen.'" kann unter 2 Menschen verabredet worden sein und nur für einen Abend auf einer bestimmten Party gelten
  • Beispiele für explizit verabredete Zeigehandlungen: Autoblinker, "Krawatte lösen", Gebärden des Polizisten zum Regeln des Verkehrs
  • Beispiele für traditionelle Zeigehandlungen: Gebärden, wie "Kopfschütteln heißt 'Nein'", Sprechen

6. Zeichen und Marken

Zeichen: Handlungsschemata

Marken: bestandhafte Dinge, die einen Verstehenshandlung hervorrufen wollen Bsp: Verkehrszeichen, Hinweisschilder, Abzeichen, Schriftzeichen, Wimpel Im Gegensatz zu Zeichen haben Marken bestand. Sie sind keine Handlungen, sondern Werke. Dadurch muss nicht, wie bei einer Zeigehandlung, eine unmittelbare Kooperation stattfinden. Bsp: Wenn ich spreche (Zeichen), muss der, zu dem ich spreche zur gleichen Zeit die Verstehenshandlung vollziehen. Wenn man einen Brief schreibt muss der Leser aber nicht unmittelbar beim Schreiben zusehen.

8. Modalitäten der kommunikativen Intention

Der Umgang mit anderen Menschen zwingt uns dazu, diesen durch Zeigehandlungen zu organisieren, insbesondere durch Sprache. Es gibt verschiedene Funktionen für Zeigehandlungen (illokutionäre Akte):

1. Zweck: Auffordern

  • Die Zeigehandlung soll bewirken, dass jemand etwas bestimmtes tut.
  • Bsp: "Gib mir mal das Messer!"
  • Der Verstehende soll die Handlung nicht nur verstehen, sondern selbst eine Handlung vollführen, nämlich das Messer hinüberreichen. Dass die Zeigehandlung verstanden wird, wird also vorrausgesetzt.

2. Zweck: Fragen, Wissenwollen

  • Ziel der Fragehandlung ist es eine Antwort zu erhalten.
  • Bsp: "Wieviel Uhr ist es?"
  • Das Verstehen der Zeigehandlung wird ebenfalls vorrausgesetzt.
  • Die Fragehandlung soll ein Gegenüberdazu veranlassen, seinerseits eine Zeigehandlung auszuführen, um mir das fehlende Wissen zu geben.
  • Fragen sind immer eine Aufforderung zu Behauptungen, die an den Fragenden gerichtet sein müssen.

3. Zweck: Behauptung (als Antwort auf eine Frage)

  • Ziel ist es Jemandem (einem Fragenden) mit einem fehlenden Wissen auszustatten
  • Informativität dr Zeigehandlung: Es gibt keinen Grund irgendetwas zu behaupten, wenn man nicht davon ausgeht, jemand anderes wolle es wissen, z.B. durch eine direkte Frage.
  • Gibt es keine direkte Frage, so konstruiert sich der Behauptende einen Fragenden.
  • Bsp: "Es ist 12 Uhr."
  • AUch das Blinken beim Autofahren kann als Antwort auf eine Frage angesehen werden. Der Blinkende muss annehmen, dass der ihm folgende Autofahrer nichts von seiner Absicht abzubiegen weiß. dass es aber für ihn nicht unerheblich ist, dies zu erfahren.
  • Behauptungshandlungen finden zwar ihre Erfüllung im Verstandenwerden, haben aber doch praktische Auswirkungen auf das Handeln des Verstehenden: Der nachfolgende Autofahrer würde z.B.die Geschwindigkeit herabsetzen, oder auf die linke Fahrbahn ausweichen, sobald er das Blinken bemerkt.

Klassifikation der "illokutionären Akte" von Austin Searle:

  1. Assertives
    Bsp: behaupten, aussagen, erklären
    Der Sprecher stellt etwas dar, als der Fall seiend.
  2. Directives
    Bsp: befehlen, auffordern, aufrufen
    Der Sprecher hat die Absicht, den Hörer dazu zu bringen etwas bestimmtes zu tun.
  3. Commissives
    Bsp: versprechen, zusichern
    Der Sprecher verpflichtet sich etwas zu tun.
  4. Expressives
    Bsp: danken, gratulieren
    Der Sprecher drückt einen psychologischen Zustand aus.
  5. Declarations
    Bsp: ernennen, taufen, trauen
    Das Sprechen macht etwas, es verleiht Qualität.

Klassifikation der "illokutionären Akte" von Habermas:

  1. Kommunikativa
  2. Konstativa (Kognitive Verwendung von Sätzen)
  3. Regulativa (Praktische Verwendung von Sätzen, Verhältnis Sprecher-Hörer)
  4. Repräsentativa (Selbstdarstellung eines Sprechers)
  5. Institutionelle Sprechakte

9. Ritualia und Magica

In der Klassifizierung von Sprechakten nach Habermas gibt es eine besondere Klasse, die "institutionellen Sprechakte". Im Gegensatz zu den anderen Klassen, setzt sie bestimmte gesellschaftliche Institutionen voraus (z.B. Staat, Kirche, Familie, Bekanntschaft, Freundschaftsverhältnisse usw.). Bsp: Einerseits begrüßen, beglückwunschen, gratulieren, kondolieren. Andererseits: taufen, verfluchen, ernennen, verurteilen. Institutionelle Sprechakte unterscheiden sich von Zeigehandlungen, da sie nichts mitteilen oder zur Verständigung dienen. Stattdessen sind es zum großen Teil formelhaft festgelegte Handlungen, die entweder Relationen innerhalb einer gesellschaftlichen Institution bestätigen (Ritualia) oder Menschen oder Gegenständen innerhalb einer gesellschaftlichen Institution bestimmte Eigenschaften zu verleihen (Magica). Ritualia:

Ritualia

  • Zweck: Bestätigung gesellschaftlicher Relationen innerhalb einer gesellschaftlichen Institution.
  • Bsp: grüßen
  • Ritualia sind weder semantisch noch informativ. Sie teilen niemandem etwas mit.
  • Innerhalb der gesellschaftlichen Institution werden sie als "selbstverständlich" erwartet.
  • Ein nicht Eintreten oder eine falsche Ausführung eines Rituals kann als Aufkündigung der gesellschaftlichen Institution gewertet und entsprechend geahndet werden. Bsp: Nehme ich mir vor einen Bekannten absichtlich nicht mehr zu grüßen, dann habe ich meine bekanntschaftliche Beziehung zu ihm beendet. Wenn man im Nazideutschland in bestimmten Situationen nicht den faschistischen Gruß ausführte, wurde dies bestraft.
  • Ritualien können auch sprachlicher Natur sein. Sie verlieren dabei ihre "illokutionäre Funktion" und ihre Semantizität. Bsp: Wenn jemand zur Begrüßung "Grüß Gott!" sagt, ist damit nicht etwas Theologisches gemeint.

Magica

  • Zweck: Gegenstände oder Menschen bestimmte gesellschaftliche Funktionen zu verleihen.
  • Bsp: taufen, verheiraten, jmd. ernennen, verfluchen, zum Ritter schlagen
  • Um eine solche Handlung durchzuführen bedarf es einer bestimmten Legitimation innerhalb der gesellschaftlichen Institution. Bsp: Nur der Bundespräsident kann jmd. zum Bundeskanzler ernennen.
  • Magica verändern die Realität nicht materiell, sondern ändern nur die gesellschaftliche Funktion einer Person oder eines Objektes.
  • Magica sind nicht kooperativ, also an einen Verstehenden gerichtet. Sie benötigen höchstens Zeugen, die den ordnungsgemäßen Ablauf der magischen Handlung bestätigen.

10. Ästhetische Handlungen

Kunst und Zeigehandlungen appellieren beide an das Verstehen des Anderen. Bei der Zeigehandlung wird die Aufmerksamkeit auf die Realität gerichtet, bei der Kunst jedoch auf die Handlung selbst. Kunst wird nicht, wie Sprache einfach verstanden (Redeverstehen), sondern wird verstehend betrachtet (Handlungsverstehen). Dies ist der Zweck der Kunst.

Ästhetische Handlungen sind wie Zeigehandlungen und Ritualia kooperativ. Sie sind aber nicht semantisch (, wie Rituale), allerdings sind sie informativ (, wie Zeigehandlungen).

Sie stellen neue Ereignisse dar. Das Neue daran ist aber nicht das, was sie sagen, sondern wie sie sind. Ästhetische Handlungen stellen eine neue Realität her, die als etwas zu Verstehendes und Anzuschauendes präsentiert wird. Dabei werden natürliche Materialien wie Stein, Metall, Farbe, aber auch Bewegungen oder Sprache bearbeitet.

Ähnlich wie bei Marken findet die Kooperation zwischen Kunst-Produzenten und Kunst-Betrachter nur selten unmittelbar statt. Meist findet sie über Werke, die Bestand haben statt. Dabei muss unterschieden werden, ob die Kooperation direkt beim Betrachten eines Werkes (Bild, Skulpturen etc.) ausgelöst wird, oder ob es einer Aktualisierungshandlung, z.B. der Aufführung des Werks (Theaterstück, Konzert) bedarf, die dem Kunst-Betrachter präsentiert wird. Bsp: Musik - Der Komponist bewahrt sein Werk durch auf Papier geschriebene Noten. Der Komponist hatte aber nicht die Absicht eine "papierene" Realität, sondern eine "musikaliche" Realität zu erschaffen.